Das Zentrum ist der in Neapel handgefertigte Steinofen. Holzbefeuert, 450 Grad heiß und eine 90-Sekunden-Backzeit. Da liegt es auf der Hand, dass dies dem Nationalgericht der Italiener geschuldet ist. Es gibt Pizza. Abgesehen von Tiramisu (4,50 Euro), nicht mehr und nicht weniger. Das Zola wird als „der“ neue Platz schlechthin dafür gehandelt. Nicht in Mitte, Friedrichshain oder Prenzlauer Berg, sondern in Kreuzberg.

Erster Hinterhof, Dielen mit Gebrauchsspuren, Backsteinwände, Holztische, kahle Glühlampen, ein Kühlschrank für Softdrinks und Kaffeesäcke (es gibt eigenen Espresso), Shabby Chic, der immer noch angesagt ist. Es wird englisch gesprochen, die Karte ist in englisch mit deutscher Übersetzung verfasst. Acht Pizzen gibt es, von der Margherita für 7,50 Euro bis zur Bufalina für neun Euro. Letztere, mit Büffelmozzarella, Kirschtomaten und Basilikum, ist ob ihrer Schlichtheit ein guter Gradmesser für die Güte.

Die Pizza Marinara (7,50 Euro) ist, neben der Margherita, das Aushängeschild der neapolitanischen Pizzakultur, die hier gepflegt wird. Tomaten, Knoblauch, Öl und Oregano gehören zum klassischen Rezept, hier sind es zudem Kapern und Sardellen, wie beim Original ohne Käse. Der halbe Liter Wasser kostet 2,50 Euro, das Glas Wein vier Euro, das ist in Ordnung.

Anfangs gibt es erfreulicherweise Oliven und ein Metalleimerchen mit Besteck und Servietten. Die Pizzen sind nicht übergroß, der recht breite Rand ist von zahlreichen schwarzen Teigblasen übersäht. Eine Gaumenfreude ist die leicht stückige Tomatensauce auf der Bufalina, beide in scheinbar ruppiger Manier drapierte Beläge sind anständig. Insgesamt aber euphorisiert das Geschmackserlebnis nicht.

Zola Paul-Lincke-Ufer 39/40, Kreuzberg, Tel. 0151-43 59 65 61, de-de.facebookcom/zolakreuzberg, Mo.-Fr. 12-22, Sbd./So. 13–22 Uhr