Im Tarifkonflikt bei den Beschäftigten der Luftsicherheit an Flughäfen kommt es am heutigen Montag zu einem ganztägigen Warnstreik und zahlreichen Flugausfällen. Auch am Flughafen BER wird gestreikt. Nach Angaben eines Flughafensprechers wurden zwei Drittel der Abflüge gestrichen. Im Terminal bildeten sich Warteschlangen.
Betroffen von den Warnstreiks am BER waren am Vormittag etwa Flüge nach Athen, Malaga, Venedig, Stuttgart, Köln/Bonn, München oder Rom. Auch geplante Starts von Maschinen nach Zürich, Wien, Mailand, Tel Aviv, Genf oder Kopenhagen fallen aus, heißt es auf der Seite des BER. Zwischen den vielen gestrichenen Flügen tauchen dort aber auch immer wieder planmäßige Abflüge auf. Die Übersicht zeigt, dass die Flugausfälle den gesamten Montag andauern.
Nach Angaben eines Flughafensprechers wurden zwei Drittel der Abflüge gestrichen. Im Terminal bildeten sich Warteschlangen. Auch am Dienstag sind Einschränkungen besonders bei Flügen nach Frankfurt oder München möglich.Laut Gewerkschaft Verdi beteiligten sich in der Frühschicht etwa 220 Kolleginnen und Kollegen an dem Warnstreik. „Wir sind begeistert von der Beteiligung“, sagte Verdi-Vertreter Helge Biering.
Flughafen BER: Fluggäste sollen sich bei ihren Airlines melden
Wie Verdi zuvor mitgeteilt hatte, soll der Warnstreik bei Beschäftigten der Passagierkontrollen am späten Abend (24 Uhr) wieder enden. Die Gewerkschaft will den Arbeitskampf am Dienstag aber noch ausweiten und etwa auch die beiden größten deutschen Flughäfen Frankfurt und München bestreiken. In München sind allerdings nicht die Passagierkontrollen betroffen. In Schönefeld soll nicht gestreikt werden. Einige Flüge vom BER gehen aber zum Beispiel nach Frankfurt, etwa als Zubringer für Langstreckenflüge. Fluggäste sollten sich vorab bei ihrer Gesellschaft über mögliche Verzögerungen informieren, empfahl ein BER-Sprecher.
"In den bisher drei Verhandlungsrunden zur Erhöhung der Entgelte für Sicherheitskräfte an Verkehrsflughäfen konnte keine Einigung erzielt werden", heißt es in einer Mitteilung der Gewerkschaft Verdi. Der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen hatte nach den jüngsten Gesprächen von Annäherungen gesprochen, die Vorstellungen lägen aber noch weit auseinander.
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Informationen zu Ankünften und Abflügen sind auch auf der Internetseite des Flughafens BER abrufbar.
Flughafen BER: Streik läuft - Verdi verhandelt für bundesweit rund 25.000 Sicherheitskräfte
„Die Arbeit der Luftsicherheitskräfte muss finanziell attraktiv bleiben, damit die dringend benötigten Fachkräfte gewonnen werden können“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Wolfgang Pieper in der Mitteilung. Allein in Hannover würden aktuell mehr als 100 Fachkräfte benötigt, um die Kontrolle der Fluggäste in einer angemessenen Zeit vorzunehmen zu können und um Warteschlangen zu vermeiden. Verdi verhandelt für bundesweit rund 25.000 Sicherheitskräfte.
"Der Streikaufruf ist nicht verhältnismäßig. Wir appellieren an die Tarifpartner, zu den strittigen Punkten eine Übereinkunft am Verhandlungstisch zu suchen. Streiks sollten immer das allerletzte Mittel sein", sagte hingegen Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV.
In den vergangenen Wochen hatte es an mehreren Flughäfen Warnstreiks gegeben. Verdi will einen Tarifvertrag für zwölf Monate und darin die Stundenlöhne um mindestens einen Euro erhöhen. Die Gehälter der Gepäck- und Personalkontrolleure sollen das Niveau der Beschäftigten bei der Passagierkontrolle erreichen, Beschäftigte in der Flugzeugbewachung und der Bordkartenkontrolle bundesweit einheitlich bezahlt werden. Beide Seiten setzen sich am 16. und 17. März zur nächsten Verhandlungsrunde in Berlin an einen Tisch.
BM



