Beteiligungsbericht

BER: Minus im Corona-Jahr von 391 Millionen Euro

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Joachim Fahrun
Blick in die Abflughalle des Flughafens BER.

Blick in die Abflughalle des Flughafens BER.

Foto: Sergej Glanze / FUNKE Foto Services

Der Flughafen BER und die Messe Berlin leiden besonders drastisch unter Corona. Bei anderen Landesbetrieben sieht es besser aus.

Berlins landeseigene Unternehmen sind bislang einigermaßen gut durch die Corona-Pandemie gekommen. 48 der 55 Unternehmen und Anstalten öffentlichen Rechts machten 2020 Gewinne, im Jahr zuvor waren es nur 42. „Das sind ordentliche Botschaften“, sagte Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD), als er am Dienstag den Beteiligungsbericht für 2020 vorstellte. Insgesamt beschäftigen Berlins Landesbetriebe 52.000 Menschen und erwirtschafteten im vergangenen Jahr 8,7 Milliarden Euro Umsatz.

Es gab aber einige von Corona hart getroffene Sorgenkinder, denen Land und Bund mit erheblichen Summen helfen mussten, um das Minus nicht zu groß werden zu lassen. So bekam die Charité 58 Millionen Euro vom Land, die Flughafengesellschaft 111 Millionen, die Messe 85 und Vivantes 35 Millionen. Der BVG wurden 144 Millionen Euro zugesagt, davon trägt das Land 102 Millionen und der Bund den Rest. Wie Kollatz sagte, dürften Hilfen in ähnlicher Größenordnung auch für das Corona-Jahr 2021 notwendig sein.

Größter Geldbringer sind die Wasserbetriebe, Flughafengesellschaft ist Verlustbringer

Inklusive der Zuschüsse überstiegen die Jahresgewinne der Landesbetriebe die Verluste um 232 Millionen Euro. Größter Geldbringer sind die Wasserbetriebe mit einem Plus von 281 Millionen Euro. Verlustbringer Nummer eins ist die dem Land nur zu 37 Prozent gehörende Flughafengesellschaft mit einem Minus von 391 Millionen Euro, die zum Großteil noch aus der Bauphase des BER herrühren.

Die Schulden der Landesunternehmen sind 2020 von 18 auf auf 20,8 Milliarden Euro gestiegen, vor allem bei den Wohnungsgesellschaften legten die Verbindlichkeiten zu. Das ist aber laut Kollatz kein Problem, denn die zusätzlichen Kredite wurden nach seinen Angaben dazu verwendet, zusätzliche Wohnungen zu kaufen oder Geld in Modernisierung und Instandhaltung zu stecken. Die Schulden der Berlinovo sind deswegen um 1,2 Milliarden Euro gestiegen, weil das Immobilienunternehmen inzwischen die letzten Altschulden aus Zeiten der Bankgesellschaft übernommen hat.

Landesbetriebe investierten auch im Krisenjahr 2020

Kollatz hob besonders hervor, dass die Landesbetriebe auch im Krisenjahr 2020 kräftig investiert hätten. 3,6 Milliarden Euro gaben die 55 Unternehmen für Zukunftsthemen aus, das war doppelt soviel wie etwa 2016. Die BVG hat ihre Investitionen vor allem wegen der Anschaffung neuer Fahrzeuge um fast 200 Millionen auf 588 Millionen Euro nach oben gefahren, auch der Krankenhaus-Konzern Vivantes hat mit 200 Millionen Euro doppelt so viel investiert als noch 2018. Die Wohnungsbau- und Ankaufoffensive der sechs Wohnungsbaugesellschaften spiegelt sich in den Investitionssummen, die sich auf mehr als zwei Milliarden Euro summieren.

Neu im Beteiligungsbericht ist ein Vergleich der Chef-Gehälter mit den Löhnen des Durchschnitts der Mitarbeiter. Über alle Unternehmen verdienen die Geschäftsführer 8,5 Mal so viel wie ihre Belegschaft. Das zeige, dass sich die Verdienste der Manager nicht von den Einkommen der Mitarbeiter entkoppelt hätten, sagte Kollatz.