Er sieht beeindruckend aus, wiegt 43 Tonnen und hat damals rund 900.000 Euro gekostet. Trotzdem ist zu hoffen, dass er nie zum Einsatz kommt. Denn wenn der Panther 8x8 anrollt, muss vorher etwas Schreckliches passiert sein. Das gigantische Flugfeldlöschfahrzeug (FLF) wurde angeschafft, um im Ernstfall brennende Maschinen etwa nach einem Absturz zu löschen.

Flughafen BER: Fahrzeug kann mit Lanze brennende Flugzeuge von innen löschen

Das Gefährt befindet sich bereits seit 2011 im Besitz der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) – damals wurde es noch genutzt von der Feuerwehr des mittlerweile aufgelösten Flughafens Schönefeld. Mit einer Größe von 12,9 mal drei mal vier Metern ist er von der Kategorie der Kleinwagen weit entfernt. Seine Tanks fassen 12.500 Liter Wasser und 1500 Liter Schaummittel. Bei vollem Einsatz können 6000 Liter pro Minute ausgeworfen werden.

Der Panther 8x8 stammt aus dem Werk des österreichischen Herstellers „Rosenbauer“. Die Besonderheit ist sein sogenanntes „Piercing Tool“ – Eine ausfahrbare Lanze am Löscharm, mit der die Haut eines Flugzeuges aufgestochen werden kann, um Flammen im Inneren zu bekämpfen.

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Um möglichst schnell am Einsatzort zu sein, beschleunigt das 1000 PS starke Fahrzeug trotz seines enormen Gewichts innerhalb von 25 Sekunden von Null auf 80 Kilometer pro Stunde (km/h). Dabei bringt er es auf eine Spitzengeschwindigkeit von 140 km/h. Es ist das einzige Fahrzeug in dieser Größe. Neben drei kleineren FLF besteht die Flotte aus zehn weiteren Fahrzeugen – darunter Einsatzleitwagen und Hubrettungsfahrzeuge – als Feuerwehrwagen mit Drehleiter. Von den insgesamt 14 sind acht der Fahrzeuge ständig im Dienst.

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Fahrzeug kann am Flughafen BER innerhalb von drei Minuten vor Ort sein

Da Katastrophen am BER bislang glücklicherweise ausblieben, kam weder der Panther 8x8 noch die kleineren Fahrzeuge bislang zum Einsatz. Das Ziel ist, in einem Notfall innerhalb von drei Minuten vor Ort zu sein. Daher ist die Flughafenfeuerwehr auf drei Standorte über das Gelände verteilt. 62 Kräfte sind Tag und Nacht im Einsatz- beziehungsweise Bereitschaftsdienst und schlafen in den Nachtstunden auch in den Wachen.

Die Flughafenfeuerwehr, die direkt der FBB untersteht, hat insgesamt 295 Stellen, von denen bisher noch nicht alle besetzt sind. Aktuell werden noch 30 Kräfte gesucht, die nicht zwangsläufig ausgebildete Feuerwehrleute sein müssen. Eine einfache Ausbildung reicht, der Rest werde über entsprechende Fortbildungen vermittelt, sagt eine Flughafensprecherin. Die FBB sucht dabei explizit auch nach weiblicher Verstärkung, da die Zahl der Feuerwehrfrauen im Team bislang noch einstellig ist.

Flughafenfeuerwehr half zuletzt beim Hochwasser

Die Rettungskräfte rücken etwa aus, wenn einer der etwas 65.000 Brandmelder im Flughafengebäude ausgelöst wurde. Die geschehe laut der FBB-Sprecherin etwa, wenn jemand an einem unerlaubten Ort eine Zigarette raucht. Sie helfen bei Bedarf außerdem im Umland aus und auch in weiter entlegenen Gebieten. So schloss sich die Truppe beispielsweise den 50 Fahrzeugen der Brandenburger Feuerwehr an und fuhr vor wenigen Wochen mit nach Rheinland-Pfalz, um nach der Flutkatastrophe an der Ahr zu helfen. Mit Spezialfahrzeugen trugen sie etwa dazu bei, Ölschäden auf dem Wasser zu beseitigen.

Das wiederum ist eines der Spezialgebiete der Flughafenfeuerwehr, da im Fall eines Absturzes oder einer Havarie am BER ausgelaufenes Kerosin eine besondere Gefahr bedeutet, die es schnell zu beseitigen gilt.