Flughafen

Wie der Flughafen BER im Jahr 2040 aussehen soll

Der TÜV hat die Prüfungen am Flughafen BER abgeschlossen. Noch immer gibt es Probleme mit den Kabeltrassen.

Berlin. Die Aufsichtsräte waren misstrauisch. Schon mehrfach hatte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup öffentlich berichtet, wie gut die Tüv-Prüfungen der technischen Anlagen am BER verlaufen seien. Statt der geplanten 41 Tage hätten die Prüfer nur 36 Tage gebraucht. Exakt am Tag der Aufsichtsratssitzung am Freitag seien die Untersuchungen abgeschlossen worden. Wesentliche Probleme seien nicht aufgefallen, so der Flughafenchef.

Offenbar ist es ihm und den ebenfalls anwesenden Tüv-Vertretern gelungen, Bedenken zu zerstreuen. Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider sagte jedenfalls nach der Sitzung: „Für uns ist der Eröffnungstermin im Oktober 2020 sicher.“ Anhaltende Probleme räumte Lütke Daldrup bei der Sanierung der Kabeltrassen ein. 15 Prozent der Mängel seien noch nicht bearbeitet. Dabei handele es sich in vielen Fällen aber auch um Dokumentationen und Berichte, die den Aufsichtsbehörden übergeben werden müssten. Aber auch hier seien die Probleme lösbar, obwohl noch viel Kleinarbeit nötig sei. Bei den Kabelsträngen gebe es keinen „Show-Stopper“, der die Eröffnung gefährden könnte, sagte der Flughafenchef.

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Im ersten Quartal 2020 werde die Baufertigstellung dem Bauordnungsamt angezeigt. Dieser Prozess habe bereits begonnen. Im Zeitplan gebe es noch Puffer, sagte Lütke Daldrup. So sei es auch noch möglich, die Motoren für die Rauchschürzen auszutauschen, die im Brandfall aus der Decke fallen und das Verwirbeln von Rauch im Terminal verhindern. Man habe es am Freitag nicht geschafft, ausgiebig über Terminal 2 und 3 zu berichten, wie der Flughafenchef das ursprünglich tun wollte. Das soll in einer zusätzlichen Aufsichtsratssitzung am 18. Oktober passieren. Die Unterlagen liegen aber im Aufsichtsrat vor. „Wir fühlen uns gut informiert“, sagte Bretschneider.

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Länger als erwartet sprachen die Aufsichtsräte über Personalfragen. Auslöser dafür war der angekündigte Wechsel von Finanzgeschäftsführerin Heike Fölster zur Deutschen Bahn. Sie werde bis Ende des Jahres bleiben und den Businessplan erarbeiten, hieß es. Während Lütke Daldrup das Ausscheiden der dienstältesten Managerin in der Spitze der Flughafengesellschaft sehr gelassen sieht, hatten die Kontrolleure aber Gesprächsbedarf. Es gehe dabei auch um die Führungskultur, hieß es. Fölster war schon unter Lütke Daldrups Vorgängern Hartmut Mehdorn und Karsten Mühlenfeld nicht wirklich wohl gelitten.

Aufsichtsrat beschließt Verteilung der Airlines

Weil auch der Personal-Geschäftsführer Manfred Bobke von Camen im kommenden Jahr aus Altersgründen ausscheide, müsse die Gesellschaft nun gleich zwei neue Personen für die Chefetage suchen. Am 18. Oktober wollen die Aufsichtsräte diese Themen noch einmal erörtern.

Am Freitag beschloss das Kontrollgremium die Verteilung der Airlines auf die verschiedenen Terminals. Lufthansa und ihre Schwester-Fluglinien wie Swiss, Brussels und Austrian beziehen ebenso wie Easyjet den Terminal 1. Auch die Interkontinentalflüge werden dort abgefertigt. Die Lufthansa-Tochter Eurowings bekommt den Terminal 2, Ryanair den alten Schönefelder Terminal SXF. Das Terminal 2 will der Flughafenchef ebenfalls möglichst im Herbst 2020 an den Start bringen. Die BER-Eröffnung sei aber nicht gefährdet, auch wenn der Generalunternehmer Zechbau das Gebäude erst mit ein paar Monaten Verzögerung bereitstelle. Die Kapazitäten im Terminal 1 seien mit 25 Millionen Passagieren pro Jahr groß genug, um den Tegel-Betrieb aufzunehmen.