Wenn der Eröffnungstermin für den Hauptstadtflughafen BER erneut verschoben würde, will Brandenburgs CDU-Landeschef Ingo Senftleben bei einem Wahlerfolg das Aus verkünden. "Wenn der Eröffnungstermin 2020 nicht gehalten wird, werden wir einen Baustopp verhängen", sagte der CDU-Spitzenkandidat am Donnerstagabend dem Sender Hauptstadt.TV. "Dann gilt es zu entscheiden, ob der Flughafen entkernt oder gar abgerissen werden muss, um ihn neuzubauen und damit an den Start zu bringen."

"Wenn der Eröffnungstermin 2020 nicht gehalten wird, werden wir einen Baustopp verhängen", sagte Ingo Senftleben.
"Wenn der Eröffnungstermin 2020 nicht gehalten wird, werden wir einen Baustopp verhängen", sagte Ingo Senftleben.© dpa

Der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl am 1. September betonte am Freitag in Potsdam: "Wir stehen zu diesem Flughafen und wir brauchen ihn. Wir haben es auch verteidigt, dass weitere Investitionen getätigt wurden, nachdem immer wieder neue Hiobsbotschaften die Öffentlichkeit erreicht haben." Wenn der Termin nicht zu halten sei, solle kein weiteres Steuergeld verbrannt werden. Er wolle den Leuten nicht "vorgaukeln, es wird irgendwann mal soweit sein, dass der erste Fluggast da abheben kann". Damit meinte er Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller und Vorgänger Klaus Wowereit sowie Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke und Vorgänger Matthias Platzeck - alle sind SPD-Politiker.

BER abreißen, wenn Eröffnungstermin platzt: Auch Berliner CDU-Chef Kai Wegner dafür

Senftleben ließ die Frage unbeantwortet, welche Alternativen er für einen wachsenden Flugverkehr bei einem möglichen Baustopp sehe. Er verwies auch darauf, dass geklärt werden müsse, ob der Flughafen den aktuellen Klimaschutzanforderungen entspreche. Berlins CDU-Chef Kai Wegner stellte sich hinter die Forderungen seines Parteikollegen. Was Senftleben gesagt habe, sei "genau der richtige Weg".

Am 1. September wird in Brandenburg ein neuer Landtag gewählt. Die CDU kam bei jüngsten Umfragen von Infratest dimap für die ARD und der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF auf je 18 Prozent. Bei der ARD-Umfrage lag die CDU hinter AfD und SPD, die gleichauf bei 22 Prozent landeten, bei der ZDF-Umfrage kam die CDU hinter der SPD mit 21 Prozent und der AfD mit 20 Prozent.

dpa