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BER-Chef: Lage nicht annähernd mit 2012 zu vergleichen

Karsten Mühlenfeld sieht wesentliche Unterschiede zum geplatzten Termin 2012. Der aktuelle Sachstand sei aber ernüchternd.

Flughafenchef Karsten Mühlenfeld (Archivbild)

Flughafenchef Karsten Mühlenfeld (Archivbild)

Foto: dpa Picture-Alliance / Bernd Settnik / picture alliance / Bernd Settnik

Flughafenchef Karsten Mühlenfeld wird am Dienstag vor dem Aufsichtsrat Rede und Antwort zur erneuten Verschiebung des Eröffnungstermins des Hauptstadtflughafens in Schönefeld stehen. Eigentlich sollte der BER Ende des Jahres eröffnet werden. „Wir wollen voll informiert sein“, sagte Vize-Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider am Sonntag der Berliner Morgenpost. „Es geht darum, jetzt Transparenz zu schaffen“, so Brandenburgs Flughafenkoordinator.

Ehe er den Aufsichtsräten in Berlin erläutert, weshalb nach mehreren Verschiebungen auch der noch von seinem Vorgänger Hartmut Mehdorn festgelegte Starttermin bis Ende 2017 nicht gehalten kann, bat Mühlenfeld die Airport-Anwohner um Verständnis.

Zu hohes Risiko für eine Inbetriebnahme

„Wir hatten uns fest vorgenommen, den BER in diesem Jahr zu eröffnen“, schrieb der Manager in der vom Flughafen herausgegebenen Zeitung „BER aktuell“. In den letzten Monaten sei man auf der Baustelle gut vorangekommen, der aktuelle Sachstand aus dem Baubereich sei aber „ernüchternd“.

Neue Probleme mit den elektronischen Türsteuerungen und der Sprinkleranlagen seien die Ursache dafür, dass der BER 2017 nicht wie geplant ans Netz gehen kann. Mühlenfeld betont: „Das Risiko für eine Inbetriebnahme war einfach zu hoch.“ Die Situation sei aber eine andere als 2012, als die Inbetriebnahme vier Wochen vor dem Termin abgeblasen wurde. Damals wie heute hatten die Verantwortlichen die Terminabsage auch damit begründet, dass die elektronische Steuerung der Terminal-Türen nicht funktioniere. Das wäre im Brandfall ein Problem.

„Viele der Arbeiten im Terminal konnten wir mittlerweile erfolgreich abschließen“, so Mühlenfeld. Er verwies dabei auf die baurechtliche Genehmigung des fünften Nachtrags zur Brandschutzanlage. Der Flughafenchef kündigte an, nun mit den zuständigen Firmen zu klären, wie groß die Verzögerung ist. „Noch wichtiger: Wie die Mängel schnellstmöglich behoben werden können.“

Einen neuen Eröffnungstermin wird er wohl auch bei der Aufsichtsratssitzung nicht nennen. Das Kontrollgremium tritt am Dienstag zusammen, um mehrere Posten neu zu besetzen. Für die neue Berliner Regierung gehen Kultursenator Klaus Lederer (Linke) und Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) in den Aufsichtsrat.

Michael Müller will dem Aufsichtsrat weiter vorstehen

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) will Vorsitzender bleiben. Die Arbeitnehmervertretung im dann 20-köpfigen Aufsichtsrat wird von fünf auf zehn verstärkt. Denn die Flughafengesellschaft hat inzwischen mehr als 2000 Beschäftigte. Brandenburg schickt bewusst keine Minister. Die Entscheidung Berlins, neben Müller Senatoren zu entsenden, will Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) nicht kommentieren. Er selbst will keinen Sitz. Man sei sich sicher, dass der eigene Weg richtig sei, und habe eine weitere Fachfrau gewinnen können, so Woidke. Neben den Staatssekretären Rainer Bretschneider und Daniela Trochowski sowie dem IHK-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Krüger soll für Brandenburg die künftige Vorständin der Landesinvestitionsbank, Kerstin Jöntgen, die FBB kontrollieren. Den Bund vertreten weiter die Staatssekretäre Rainer Bomba und Werner Gatzer.

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