Um die Brandschutzprobleme auf der BER-Baustelle in Schönefeld lösen zu können, hat Flughafenchef Karsten Mühlenfeld am BER eine neue Task Force eingesetzt. Dies gab er am Montag vor dem Flughafen-Sonderausschuss des Brandenburger Landtags bekannt. Die Gruppe bestehe aus zehn Experten des Flughafens und soll sich um die ungelösten Schwierigkeiten bei der Entrauchung an der Schnittstelle zwischen dem Brandschutz im Fluggastterminal und dem unterirdischen Bahnhof kümmern.
Das Bauordnungsamt in Dahme-Spreewald verlangt, wie berichtet, Nachbesserungen an den Bauunterlagen für die Brandschutzanlage, die der Flughafen Mitte Februar eingereicht hatte. Dadurch könnte der jüngste Zeitplan in Gefahr geraten. Der Flughafenchef zeigte sich immer noch zuversichtlich, dass der Airport – wie zuletzt geplant – bis Ende 2017 eröffnen kann. Allerdings nur unter der Bedingung, dass alles so klappt wie erhofft. „Ich denke, wir kriegen es hin“, sagte Mühlenfeld. Gleichzeitig räumte er ein, dass hinter seiner zur Schau gestellten Zuversicht noch etwas anderes steckt: „Wir werden den Termin nicht zu früh aufgeben. Denn wir wollen Druck auf dem Kessel halten.“ Es gehe darum, keine Gelassenheit auf der Baustelle einziehen zu lassen.
Am 22. April ist klar, ob der Termin gehalten werden kann
Die Flughafengesellschaft will aber erst bei der Aufsichtsratsitzung am 22. April mitteilen, ob sie den Termin tatsächlich halten kann. Spätestens im Oktober wollen die Airlines laut Mühlenfeld definitiv Bescheid wissen. Nach Morgenpost-Informationen gilt eine Eröffnung 2017 aber nicht mehr als wahrscheinlich.
Landrat Stephan Loge sagte der Berliner Morgenpost: „Der Flughafen muss nun zügig nacharbeiten und die geforderten Unterlagen liefern.“ Aus Sicht des Bauordnungsamtes gibt es Nachbesserungsbedarf an 13 von 188 Entrauchungsabläufen. Damit die Entrauchungssysteme zwischen Fahrgastterminal und Eisenbahntunnel miteinander „korrespondieren“, müsse die Flughafengesellschaft möglichst rasch mit der DB Netz über das Eisenbahnbundesamt eine Lösung finden, so der Landrat.
Flughafenchef Mühlenfeld wies zurück, dass die Rückstände am unvollendeten Hauptstadtflughafen BER noch größer sind als bekannt. Für den Fall, dass der BER nicht rechtzeitig eröffnet wird, gibt es laut Mühlenfeld einen Plan B für Tegel: Der dortige Airport benötigt ab 1. Januar 2018 laut Mühlenfeld eine Genehmigung durch die Europäische Agentur für Flugsicherheit. „Wir haben einen Plan B, wie wir das rechtzeitig hinbekommen“, sagte Mühlenfeld.



