Es ist ein politischer Wiedergänger, den Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke zwischen den Jahren aus der Kiste lässt. Der Sozialdemokrat möchte noch einmal mit seinem Berliner Parteifreund und Amtskollegen Michael Müller ein totales Nachtflugverbot am künftigen Flughafen BER verhandeln. Vor wenigen Monaten war Woidke mit diesem Ansinnen am Widerstand Berlins und des Bundes gescheitert.

Nur weil nicht mehr der harte Klaus Wowereit, sondern der nette Herr Müller im Roten Rathaus regiert, wird sich an dieser Konstellation nichts ändern. Woidkes Vorstoß ist also ein weiterer Beleg für politische Hasenfüßigkeit der Brandenburger Verantwortlichen im Umgang mit dem BER. Indem Woidke auch nach seiner erfolgreichen Landtagswahl dieses Fass wieder aufmacht, inszeniert er sich erneut als sorgender Landesvater, der von Lärm geplagten Bürgern entgegenkommen möchte, aber von bösen Mächten daran gehindert wird.

Die Botschaft ist klar: Sollen sich mal die anderen mit den ökonomischen und technischen Schwierigkeiten am größten Infrastrukturprojekt Ostdeutschlands herumschlagen. Es verfestigt sich der Eindruck, dass Brandenburg den BER als leistungsfähiges Drehkreuz der deutschen Hauptstadtregion nicht wirklich will. Das lässt für die kommenden Monate nichts Gutes erwarten.