Pannen-Flughafen

BER zur Eröffnung zu klein - Mehdorn wirbt für Schönefeld

Schon zum Start ist der BER zu klein: Um den künftigen Hauptstadtflughafen zu entlasten, soll das alte Terminal in Schönefeld weiter betrieben werden, fordert Flughafenchef Hartmut Mehdorn.

Foto: Reto Klar

Der absehbare Platzmangel auf dem künftigen Hauptstadtflughafen beschäftigt am Donnerstag den Projektausschuss des Aufsichtsrats. Dabei geht es um Pläne von Flughafenchef Hartmut Mehdorn, zusätzlich zum Neubau das benachbarte alte Terminal in Schönefeld weiter zu betreiben.

Nach der jüngsten Prognose muss der Standort Berlin im Jahr 2016 mit mehr als 31 Millionen Fluggästen rechnen. Der neue Airport (BER) ist aber nur für bis zu 27 Millionen konzipiert. Für die Eröffnung des neuen Gebäudekomplexes in Schönefeld steht kein Termin fest, weil Baumängel noch nicht behoben sind.

Mehdorn hatte bereits im Mai gewarnt, dass der BER keine zusätzlichen Flugzeuge aufnehmen könne, wenn nicht weitere Abfertigungskapazitäten geschaffen würden. Es sei davon auszugehen, dass es „vor allem bei Check-in, Sicherheitskontrollen sowie Gepäckausgabe zu Engpässen kommen wird“, hatte Mehdorn erklärt.

Diese Engpässe würden „insbesondere zu Spitzenzeiten“ die Kapazität und Leistungsfähigkeit des BER begrenzen. „Werden zeitnah keine Erweiterungen vorgenommen, müssten zur Sicherstellung eines störungsfreien und stabilen Betriebsablaufes Verkehre nach Berlin-Brandenburg abgewiesen werden“, so Mehdorn. Die Hauptaufgabe der Flughafengesellschaft, nämlich „eine bedarfsgerechte Flughafeninfrastruktur“ bereitzustellen, könnte damit nicht erfüllt werden. Der Aufbau eines Drehkreuzes mit Langstreckenverbindungen wäre gefährdet, betonte Mehdorn.

Die in der ursprünglichen Planung als Erweiterung vorgesehenen Satelliten-Terminals seien frühestens 2022 verfügbar, heißt es in dem Bericht aus dem Mai.

Als Alternative wirbt Flughafenchef Mehdorn nun erneut für sein Konzept, das bestehende Terminal des Flughafens Schönefeld zu sanieren und längerfristig zu nutzen. Dazu müssten die Rollwege erweitert und das Regierungsterminal der Bundesregierung an einen anderen Standort verlegt werden. Auch die Gepäckausgabe im Hauptterminal will Mehdorn erweitern und zwei zusätzliche Bänder installieren. BM

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