BER-Debakel

Ausschuss will von Mehdorn entlassenen Mitarbeiter befragen

Er hatte vor einer Verzögerung der Flughafen-Eröffnung gewarnt – und wurde entlassen: Nach der Kritik an Flughafenchef Mehdorn soll der Ex-Bereichsleiter Harald Siegle jetzt im BER-Auschuss aussagen.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Nach seiner Kritik an Flughafenchef Hartmut Mehdorn soll der frühere Bereichsleiter Harald Siegle im Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses aussagen. Das kündigte der Grünen-Abgeordnete Andreas Otto am Sonntag an. Siegle hatte in einem Brief an den Aufsichtsrat gewarnt, dass eine Eröffnung des Flughafens selbst 2016 gefährdet sei und dafür auch Mehdorn verantwortlich gemacht. Als Zeitungen aus dem Brief zitierten, entließ der Flughafenchef Siegle vor zwei Wochen.

Sein Anwalt hatte sich daraufhin in einem offenen Brief an den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) als Vorsitzenden des Flughafen-Aufsichtsrats gewandt. Er möge die Kündigung zurücknehmen, sie sei ein „verheerendes Signal“ für die Informationsbereitschaft und die Aufrichtigkeit von Mitarbeitern gegenüber Aufsichtsgremien.

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Das Aufsichtsrat widmete sich am Freitag auch dem Fall Siegle, fällte aber keinen Beschluss, ihn wieder in die Flughafengesellschaft zu holen. Das Recht des Geschäftsführers, leitende Mitarbeiter zu sanktionieren, wenn sie interne Kritik über Journalisten öffentlich machen, wollte der Aufsichtsrat nicht in Frage stellen, hieß es. Der Grünen-Politiker Otto schlug nur halb im Scherz vor, Siegle zum Chefberater des Aufsichtsrates machen, damit das Gremium wenigstens „einen kleinen Schimmer bekomme“, was schief läuft.