Gewerbegebiet

Am BER gibt es jetzt Grundstücke in bester Flughafen-Lage

Am Großflughafen BER in Schönefeld soll eine „Airport City“ entstehen. Bislang gibt es dort erst ein Hotel und ein paar Parkhäuser. Doch nun geht die Flughafengesellschaft in die Offensive.

Foto: Flughafen Berlin Brandenburg

Nicht nur am neuen Großflughafen in Schönefeld, auch auf den vielen Gewerbegebieten in dessen Umfeld tut sich derzeit kaum etwas. Zwar stehen in der eigentlich sehr lukrativen „Airport City“ zwischen den beiden Start- und Landebahnen bereits ein Hotel und ein paar Parkhäuser, doch ohne Flugbetrieb lassen sich dort keine Einnahmen erzielen. Auch im 109 Hektar großen „Business Park“ nordöstlich des Airports sollen gerade mal 45 Prozent der Grundstücke verkauft worden sein.

Mit Hilfe einer Vermarktungsoffensive will die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) den BER bei Investoren wieder ins Gespräch bringen. Sie sollen dringend benötigtes Geld in die Kasse des durch die Mehrausgaben für den bislang nicht eröffneten Hauptstadtairport finanziell stark belasteten Unternehmens bringen. In großflächigen Anzeigen in mehreren überregional erscheinenden Tageszeitungen werden Gewerbeflächen im direkten Umfeld des neuen Hauptstadtflughafens offeriert.

Im Angebot sind Grundstücke zwischen 2500 und 15.000 Quadratmetern, die von den Investoren entweder gekauft oder kostengünstig in Erbbaupacht übernommen werden können. Bis zum 30. September nimmt die Flughafengesellschaft Kaufwünsche für Parzellen entgegen. Zu vergeben sind zum einen Flächen auf dem 21 Hektar großen „Quartier Northgate“, das in der Nähe zum neuen Regierungsflughafen in Schönefeld entwickelt werden soll. Weitere zehn Hektar Baufläche stehen in den unmittelbar an den neuen Terminal angrenzenden „Midfield Expo Gardens“ und „Service Area South“ zum Verkauf.

Die Vermarktung läuft schleppend

Bei der Aktion gehe es nicht darum, kurzfristig Geld in die Kasse zu bekommen, sagte Flughafensprecher Ralf Kunkel. Die Liquidität der Flughafengesellschaft, die vom Bund und den Ländern Berlin und Brandenburg getragen wird, sei derzeit ausreichend gesichert. Vielmehr wolle der Flughafen mit der Anzeigenkampagne rechtzeitig vor der großen Immobilienmesse Expo Real im Oktober in München auf sich aufmerksam machen.

Allerdings räumt auch Flughafensprecher Kunkel ein, dass die Vermarktung der Gewerbeflächen am BER bisher nur schleppend vorankommt. „Der Flughafen entfaltet seine Wirkung erst, wenn er in Betrieb ist“, sagte er.

Über die Baukosten für den neuen Hauptstadtflughafen gibt es unterdessen neue Spekulationen. Nach einem Bericht des Magazins „Focus“ werden im BER-Aufsichtsrat Mehrkosten im dreistelligen Millionenbereich befürchtet. Wegen zusätzlichen Ausgaben für den Schallschutz der BER-Anwohner, nicht näher benannter Baurisiken und des längeren Betriebs von Tegel könnten die Gesamtkosten von derzeit 4,3 Milliarden auf 4,7 Milliarden Euro steigen. Flughafensprecher Ralf Kunkel wies die Angaben als „reine Spekulationen“ zurück. Zur Finanzierung des BER gebe es keinen neuen Erkenntnisstand, sagte er der Berliner Morgenpost.

Deckschicht mit Anti-Rutsch-Belag für die Landebahn

Wenigstens in einem Punkt könnte es für das Flughafen-Projekt sogar eine finanzielle Entlastung geben. So wird derzeit von der Flughafengesellschaft geprüft, ob die derzeit vom Alt-Flughafen Schönefeld genutzte BER-Nordbahn tatsächlich komplett erneuert werden muss. Nach bisheriger Planung muss die Start- und Landebahn spätestens 2017 saniert werden – geschätzte Gesamtkosten rund 140 Millionen Euro. Nach ersten Untersuchungen ist die 3600 Meter lange Asphaltpiste jedoch in einem deutlich besseren Zustand als bisher angenommen. Vor allem die zuletzt sinkende Zahl an Flugbewegungen macht sich offenbar positiv bemerkbar. So könnte es reichen, der Start- und Landebahn eine neue Deckschicht mit einem Anti-Rutsch-Belag zu geben, wie dies beispielsweise gerade bei den beiden Pisten in Tegel erfolgt ist. Nach unbestätigten Angaben ließen sich die Kosten um rund 100 Millionen Euro verringern.

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