Fluglärm

Winterflugplan bringt für Berlin-Tegel kaum Entlastung

Es herrscht weiterhin Hochbetrieb am Flughafen Tegel. Denn die meisten Airlines haben ihr Angebot in Erwartung des BER ausgeweitet.

Foto: Rainer Jensen / dpa

Ob sich die Anwohner des Flughafens Tegel auf den Winter freuen, ist eine Frage der persönlichen Einstellung. Optimisten werden es gut finden, dass es mit der am Sonntag erfolgten Umstellung auf den Winterflugplan ein kleines bisschen ruhiger wird am Himmel über ihnen.

Laut Flughafengesellschaft heben fortan in der Woche durchschnittlich 1558 Flugzeuge von Tegel ab. Das sind immerhin 94 Starts weniger als im Sommer. Doch nun kommt die eigentlich entscheidende Nachricht. Im Winter des Vorjahres waren es durchschnittlich 187 Starts weniger in der Woche. Oder anders ausgedrückt. Der Flugverkehr wird die Anwohner im Winter etwas weniger stören als im Sommer, aber deutlich mehr als im Vorjahr. Im Vergleich zum Winter 2011/2012 ist es nämlich ein Plus von neun Prozent.

Grund ist die verschobene Eröffnung des Flughafens BER. Die Airlines hatten ihr Streckenangebot in Erwartung des neuen Hauptstadtflughafens teils deutlich ausgeweitet. Dieser Flugverkehr muss nun größtenteils über den alten Flughafen Tegel abgewickelt werden.

Zudem verlegt die Lufthansa pünktlich zum Winterflugplan ihre Billigfluglinie Germanwings von Schönefeld nach Tegel. Auf diese Weise solle „die Kundenfreundlichkeit verbessert werden“, so Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber. Allein der Umzug von Germanwings sorgt pro Woche für 54 mehr Starts in Tegel. Zwar fallen einige typische Sommer-Ziele der Lufthansa wie etwa Bergen oder Catania weg. Doch der Rückgang um 68 Starts pro Woche wird durch das Plus an Flugbewegungen der Germanwings fast ausgeglichen.

Probleme mit Schnee und Eis

Bei der Flughafengesellschaft interpretiert man die im Vergleich zum Winter des Vorjahres steigende Zahl an Starts als „ein gutes Zeichen für das weitere Wachstum an den Berliner Flughäfen“. Ob die Airlines ihre zusätzlichen Strecken von Schönefeld oder Tegel aus bedienen, sei grundsätzlich ihnen überlassen. Solange noch Kapazitäten da sind, müssten die Wünsche der Airlines berücksichtigt werden. „Die Fluggesellschaften entscheiden“, sagt Flughafen-Sprecher Lars Wagner.

Dem Flughafen Tegel steht nun seine Bewährungsprobe bevor. Im Sommer waren nur die höheren Passagierzahlen das Problem. Das konnte teilweise durch mehr Mitarbeiter und eine bessere Organisation der Abläufe ausgeglichen werden. Doch in der kalten Jahreszeit drohen zusätzliche Schwierigkeiten durch Nebel, Schnee und Eis. Der Bodendienstleister Globeground hat daher vorsorglich zusätzliche Maschinen angeschafft und Enteisungsmittel auf Vorrat gekauft.