BER

Flughafenchef Rainer Schwarz räumt Fehler ein

„In den letzten Monaten war zu viel Hoffnung als Realitätssinn da. Das muss ich mir anrechnen lassen“, sagte Schwarz am Montag.

Foto: DPA

Flughafenchef Rainer Schwarz hat angesichts des Desasters um den Bau des neuen Hauptstadtflughafens eigene Fehler eingeräumt. In den letzten Monaten vor dem Eröffnungstermin am 3. Juni seien technische Unzulänglichkeiten ausgeblendet worden, sagte Schwarz am Montag vor dem Hauptausschuss des Brandenburger Landtags in Potsdam. Alles sei auf darauf ausgerichtet gewesen, dieses Datum zu halten. „In den letzten Monaten war zu viel Hoffnung als Realitätssinn da. Das muss ich mir anrechnen lassen“, sagte Schwarz.

Jedoch wies Schwarz nochmals darauf hin, dass die beiden Geschäftsführungsbereiche strikt voneinander getrennt waren. Der entlassene Manfred Körtgen habe als Chefplaner den technischen Bereich allein zu verantworten gehabt. „Wir haben uns lediglich einmal in der Woche auf einer Sitzung abgestimmt“, sagte Schwarz, der Sprecher der Geschäftsführung und für den kaufmännischen Bereich zuständig ist.

Außerdem räumte Schwarz ein, dass die Flughafengesellschaft extrem unterfinanziert mit Eigenkapital in das Projekt gestartet sei. Schwarz erklärte, dass fehlende Beträge durch den Betrieb des neuen Hauptstadtflughafens eingespielt und Kredite hiervon getilgt werden sollten.

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck sagte im Hauptausschuss, zweifelsfrei sei durch das Baudesaster „ein Imageschaden für Berlin und Brandenburg entstanden. Dieser ist aber noch zu beheben, wenn der BER im kommenden Jahr gut funktionierend ans Netz geht.“