Hauptstadtflughafen

Air Berlin - „Wir wollen endlich Butter bei die Fische“

Noch immer kein Starttermin, explodierende Kosten: Der wichtigste Kunde des Berliner Großflughafens dringt jetzt auf Klarheit.

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Air Berlin dringt angesichts der weiteren Hängepartie um den Eröffnungstermin für den Hauptstadtflughafen auf Klarheit. „Wir wollen endlich Butter bei die Fische“, sagte der Sprecher des wichtigsten Flughafenkunden, Mathias Radowski. Je schneller ein Termin genannt werde, desto besser. Der Aufsichtsrat des staatlichen Flughafenbetreibers hatte am Donnerstag die Entscheidung vertagt, ob der zuletzt angepeilte Termin im März 2013 zu halten sei. Air Berlin forderte einen verlässliches Eröffnungsdatum.

Die Lufthansa kann nach eigenen Angaben noch einige Wochen auf Klarheit warten. „Wir können auch mit einer Termindefinition im September leben“, sagte Sprecher Wolfgang Weber am Freitag. Am 14. September will sich der Aufsichtsrat festlegen.

„Wir brauchen einen vernünftigen Termin“, hob Weber hervor. „Das geht uns vor Schnelligkeit.“ Wichtige Bedingungen für die Lufthansa seien: vollständig abgeschlossene Bauarbeiten, ausreichend Zeit für einen Probebetrieb im Gesamtsystem unter Praxisbedingungen und ein Zeitpuffer für mögliche Probleme.

Brandenburgs Piraten fordern Offenlegung aller BER-Akten

Brandenburgs Piraten haben erneut die Veröffentlichung aller Unterlagen zum Hauptstadtflughafen gefordert. Auch nach der Aufsichtsratssitzung der Flughafengesellschaft am Donnerstag seien viele Fragen unbeantwortet geblieben, kritisierte die Partei am Freitag.

„Damit sich die Bürger selbst ein Bild über die aktuellen Probleme machen können, fordern wir die unverzügliche komplette Offenlegung aller relevanten Dokumente zum Flughafen BER“, erklärte der Landesvorsitzende der Partei, Michael Hensel.

Zugleich forderte er Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) auf, in der Sondersitzung des brandenburgischen Landtages am kommenden Dienstag (21. August) ein realistisches Konzept für die Fertigstellung des Flughafens zu präsentieren.

Die Partei will sich zudem vor Ort ein Bild von der Situation machen und am 18. September auf der Flughafen-Baustelle mit den Verantwortlichen sprechen.

Der Aufsichtsrat des staatlichen Flughafenbetreibers hatte am Donnerstag noch nicht entschieden, ob der Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg wie geplant am 17. März 2013 öffnen kann. Diese Entscheidung soll nun spätestens zur nächsten Aufsichtsratssitzung am 14. September fallen.

Flughafen weist Bericht über Mehrkosten zurück

Die finanzielle Lage der Berliner Flughafengesellschaft ist dramatischer als bislang bekannt. Nach Informationen von Morgenpost Online werden die Gesamtkosten intern derzeit mit 4,737 Milliarden Euro veranschlagt. Das verlautete am Donnerstag aus dem Finanzausschuss des Aufsichtsrats.

Flughafensprecher Ralf Kunkel wies die Kostensteigerung am Freitag zurück. Es handele sich um ein Missverständnis. Nach jetzigem Stand bleibe es bei den im Juni genannten Mehrkosten von 1,177 Milliarden Euro und der Gesamtsumme von etwa 4,3 Milliarden Euro. Diese erhöhe sich jedoch, wenn Investitionen Dritter eingerechnet werden, etwa für Parkhäuser und den Bahnhof.