Die Eröffnung des Berliner Großflughafens wird sich weiter verschieben. Auch der zuletzt genannte Termin März 2013 werde mit großer Sicherheit nicht zu halten sein, erfuhr Morgenpost Online aus Kreisen der Flughafengesellschafter Berlin, Brandenburg und Bund. Allerdings werde der Aufsichtsrat bei seiner Sitzung am Donnerstag den März-Termin voraussichtlich nicht offiziell absagen und daher auch keinen neuen nennen.
Das bestätigte auch der Vorsitzende des Bundestagsverkehrsausschusses, Anton Hofreiter (Grüne). „Nach meinem Kenntnisstand ist der 17. März 2013 vom Tisch, und auf der Aufsichtsratssitzung der Flughafengesellschaft wird beraten, wie es weitergeht und ob ein neuer Termin genannt werden kann“, sagte er am Dienstag. Ein mit den Gesprächen Vertrauter sagte, der neue Technikchef Horst Amann brauche noch mindestens bis Ende des Monats Zeit, um sich ein Bild zu machen. „Es hakt nicht nur bei der Entrauchungsanlage, es gibt unzählige unklare Details“, hieß es. Zudem wird spekuliert, dass der Aufsichtsrat erst am 14. September über den endgültigen Starttermin entscheiden wird.
Stattdessen soll es bei der Sitzung aber eine Verständigung auf eine Brückenfinanzierung für die Flughafengesellschaft FBB geben. Die Eigentümer würden eine Erklärung zur finanziellen Rückendeckung für die FBB abgeben, mit der Banken dann rund 430 Millionen Euro zur Verfügung stellen würden. Damit könnte die Gesellschaft bis weit ins kommende Jahr wirtschaften, sagte ein mit den Gesprächen Vertrauter.
Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums sagte auf Anfrage am Dienstag lediglich: „Die Frage des Eröffnungstermins ist Gegenstand des Aufsichtsrats.“ Zweifel am 17. März 2013 als neuem Termin bestehen seit längerem. Der gerade vom größten deutschen Flughafen in Frankfurt geholte neue Technikchef soll die Zeitpläne klären. Nach Informationen aus Gesellschafterkreisen dürfte er sich allerdings frühestens im September festlegen, ob der Termin zu halten ist oder ob die Inbetriebnahme nach dem geplatzten Termin im Juni ein weiteres Mal verschoben wird.
Flughafensprecher Ralf Kunkel dementierte die Informationen: Der 17. März 2013 gilt nach Betreiberangaben vorerst weiterhin als Starttermin für den Hauptstadtflughafen. „Am Stand der Dinge hat sich nichts geändert“, sagte Sprecher Ralf Kunkel am Dienstag. Kunkel sagte weiter, der neue Flughafen-Technikchef Horst Amann prüfe noch, ob der Termin einzuhalten sei. Der Zeitpunkt der Inbetriebnahme sei auch Thema der Aufsichtsratssitzung der staatlichen Betreibergesellschaft an diesem Donnerstag.
„Es gibt keine neue Lage“, sagte auch der Berliner Senatssprecher Richard Meng. Der März-Termin sei von den Verantwortlichen des Flughafens zuletzt vorgeschlagen worden und solle am Donnerstag vom Aufsichtsrat beraten werden.
Lufthansa fordert verlässlichen Termin
Die Deutsche Lufthansa verlangte eine verlässliche Terminplanung mit ausreichend Zeit für einen Probebetrieb verlangt. Man könne auch mit der Terminfestlegung im September 2012 leben, sagte Sprecher Wolfgang Weber. „Wir brauchen einen verlässlichen Termin, der den Abschluss der Bauarbeiten sicherstellt, danach ausreichend Zeit für einen vernünftigen Probebetrieb vorsieht und noch einen Puffer beinhaltet“, in dem die offenen Punkte aus dem Probebetrieb abgestellt werden könnten, sagte Weber.
„Eine ordentliche Inbetriebnahme geht uns vor Schnelligkeit“, fuhr er fort. „Wir können auch mit einer Termindefinition im September leben, solange unseren Erwartungen entsprochen wird und wir uns insbesondere bei der Festlegung der Dauer und Inhalte des Probebetriebs einbringen können“, sagte der Lufthansa-Sprecher.
dpa/rtr/alu


