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Paleo-Diät – Wie gesund ist die Ernährung aus der Steinzeit?

Essen wie die Höhlenmenschen – und wie Hollywood-Stars: Mit der Steinzeit-Diät abnehmen heißt vor allem, viel Fleisch, Fisch, Eier und Obst auf den Teller zu bringen. Viele Promis schwören darauf.

Megan Fox erschien vier Wochen nach der Geburt ihres zweiten Kindes wieder so schlank wie eh und je auf den roten Teppichen der Welt. Wie ihr das gelungen ist? Mit der Steinzeit-Diät. Auch Jessica Biel, Matthew McConaughey und Miley Cyrus schwören darauf. Die Steinzeit- oder Paleo-Diät hat bereits so viele Anhänger, dass sie als beliebsteste Diät 2014 gilt.

Das Prinzip hinter dieser Ernährungsform entwickelte der amerikanische Gastroenterologe Walter Voegtlin in den 70er Jahren: Der Mensch ist dann am gesündesten und schlank, wenn er sich so wie die Jäger und Sammler vor 15.000 Jahren ernährt – mit viel Fleisch und wenig Kohlenhydraten.

Als Beweis für diese These gilt die Tatsache, dass Urvölker, die noch heute in einigen abgelegenen Regionen der Erde leben und sich auf diese Weise ernähren, weder Übergewicht noch Bluthochdruck oder Diabetes kennen. Der amerikanische Ernährungswissenschaftler Loren Cordain hat Voegtlins Idee modifiziert und bezeichnet die steinzeitliche Diätform nun als "Paleo-Prinzip".

Wie die Paleo-Diät funktioniert

Das Prinzip der Steinzeit-Ernährung ist eigentlich ganz einfach. Sie dürfen alles essen, was auf dem Speiseplan der Höhlenmenschen stand. Erlaubt sind demnach:

- Fleisch

- Fisch

- Meeresfrüchte

- Eier

- Obst

- Süßkartoffeln

- Pilze

- Kräuter

- Nüsse

- Honig

- Wasser

Verboten oder nur eingeschränkt erlaubt sind folgende Nahrungsmittel und Getränke:

- Sämtliche Getreideprodukte wie Brot und Backwaren

- Hülsenfrüchte

- Nudeln

- Reis

- Milch und Milchprodukte wie Käse und Quark

- Zucker

- Kaffee

- Alkohol

Die Paleo-Diät sieht eine hohe Eiweißzufuhr vor – etwa 130 Gramm pro Tag. Eiweißquellen sind Fleisch und Fisch. Die Entwickler der Diät schlagen vor, 30 Tage lang all diese Vorgaben streng einzuhalten. Danach sind hin und wieder Milchprodukte erlaubt oder auch Kohlenhydrate und etwas Zucker.

Fertiggerichte sind bei Paleo tabu

Die Liste der empfohlenen und nicht empfehlenswerten Lebensmittel ist fast identisch mit der Low Carb-Diät. Dabei lehnt das Paleo-Prinzip zusätzlich jede Form von verarbeiteten Speisen ab. Dazu gehören Convenience-Produkte genauso wie fertige Backwaren, zum Beispiel Muffins.

Pro und Contra Steinzeit-Diät

Für die Anhänger der Steinzeit-Diät ist ihre Ernährungsform mehr als nur eine Schlankheitskur. Für sie ist Paleo eine Essensphilosophie nach dem Motto "Weg mit den Fertigprodukten, zurück zur Ernährung mit natürlichen Lebensmitteln".

Dieser Ansatz ist unbestritten vernünftig. Vorgefertigte Speisen und Fastfood enthalten meist viel Salz, Zucker, Zusatzstoffe und Fett. Frisches Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch sind wesentlich gesünder.

Einige Studien konnten bestätigen, dass die Paleo-Diät nicht nur beim Abnehmen hilft, sondern nachweislich sogar zu hohen Blutdruck sowie die Blutfettwerte senkt.

Eiweißreiche Paleo-Kost belastet die Nieren

Dabei gibt es jedoch auch Kritikpunkte an der Steinzeit-Diät, etwa den hohen Fleischkonsum. Für Jäger und Sammler mit ihrem immensen Energiebedarf war das sicher wichtig, für den modernen Menschen eher nicht. Gicht und Nierensteine könnten entstehen. Wissenschaftlich ist zudem nicht bewiesen, wie sich die Menschheit in ihren Anfängen wirklich ernährte.

Es gab und gibt heute noch Stämme, die vor allem von Milchprodukten leben, etwa asiatische Nomadenvölker. Milch, Reis oder Getreideprodukte sichern heute das Überleben von Millionen Menschen. Die Theorie der Steinzeit-Diät steht also auf etwas wackligen Füßen.

Fazit: Zum raschen Abnehmen ist die Steinzeit-Diät eine gute Hilfe. Wer sich jedoch länger nach diesen Richtlinien ernähren möchte, sollte das Paleo-Prinzip etwas abändern – mehr Getreide- und fettarme Milchprodukte sowie Gemüse, dafür weniger Fleisch. Der Verzicht auf Fertigprodukte – ob im Rahmen der Paleo-Diät oder nicht – ist jedoch auf jeden Fall eine äußerst gesunde Einstellung.

Mehr Informationen zu Fitness, Sport und Ernährung bietet das Gesundheitsportal Lifeline. Quelle: lifeline.de