Frauen, die statt herkömmlicher Gymnastik einmal in der Woche Pilates trainieren, fühlen sich schon nach acht Wochen fitter und ausgeglichener. Das ergab eine Untersuchung der Kölner Sportwissenschaftlerin Mira Dudenhöfer. Zwar nützt demnach auch „normale“ Gymnastik dem Wohlbefinden, aber in einem geringeren Ausmaß als Pilates.

Die Pilates-Versuchsgruppe bestand aus 14 Frauen, die zuvor schon jahrelang Gymnastik gemacht hatten. Sie waren zwischen 34 und 70 Jahren alt, im Durchschnitt etwa 59. Die Frauen belegten acht Wochen lang einen Pilates-Anfängerkurs, wobei sie jede Woche eine Stunde lang die Übungen nach Joseph Pilates durchführten.

Bessere Laune und Körpergefühl schon nach kurzem Pilates-Kurs

Das Ergebnis spricht für seine Methode: Am Ende der Studie klagten die Teilnehmerinnen deutlich seltener darüber, müde, gereizt oder deprimiert zu sein. Sie fühlten sich, ähnlich wie die Kontrollgruppe, zudem trainierter, beweglicher und aktiver.

Die elf Frauen der Kontroll-Versuchsgruppe waren zwischen 33 und 71 Jahre alt und hatten ebenfalls jahrelange Erfahrung mit Gymnastik. Die Forscher schlossen daraus, dass sich gerade das Körpergefühl unabhängig von der Trainingsmethode verbessert.

Videoanleitung: Pilates für Anfänger

Pilatesübungen kräftigen die Muskulatur des ganzen Körpers. Allerdings konnten die Pilates-Frauen in acht Wochen vermutlich nur in die für sie neue Sportart hineinschnuppern, die Bewegungen entsprachen leichten Anfängerübungen.

Die Forscher gehen deshalb davon aus, dass sich die positiven Effekte des Trainings nach längerer Zeit noch weitaus deutlicher abzeichnen würden.

Zentrale Bedeutung für Pilates: das Powerhouse

Pilates ist ein Ganzkörpertraining zur Stärkung der Tiefenmuskulatur. Grundlegend ist dabei das sogenannte Powerhouse, die stützenden Muskeln der Körpermitte.

Zudem soll regelmäßiges Training Körperhaltung, Balance und Beweglichkeit verbessern. Pilates vereint in sich Elemente aus Yoga, Tanz und asiatischem Kampfsport – Methoden, die auch Erfinder Joseph Pilates beherrschte.

Der Deutsche entwickelte das nach ihm benannte Training in einem britischen Internierungslager für sich und seine Mitgefangenen, die es im Liegen ausübten. Später emigrierte Pilates nach New York, er starb 1967 im Alter von 84.

Große Bekanntheit erreichte seine Gymnastik erst posthum. Stars wie Jennifer Aniston, Madonna und Cameron Diaz traten in den USA einen Pilates-Hype los, der schließlich nach Deutschland überschwappte.

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