Für den besten Freund macht man so ziemlich alles. Im Notfall zahlt man auch 10.000 Euro, um ihm aus einer misslichen Lage zu helfen. So viel muss jetzt jedenfalls eine Berliner Tierärztin für die Rettung ihres Freundes zahlen. Vier Beine hat der und heißt Skipper. Bei einem Waldspaziergang hatte sich Skipper losgerissen und war in einem Dachsbau steckengeblieben. Nur mit fünf Feuerwehrautos und 23 Einsatzkräften konnte der Hund aus seiner Notlage befreit werden. Kostenpunkt: 13.143,15 Euro. Bei aller Liebe – das war Frauchen dann doch zu viel und sie ging vor Gericht. Dort einigte man sich in der vergangenen Woche auf 10.000 Euro.
Der Vorfall wird bei so manchem unverständiges Kopfschütteln ausgelöst haben. Mit Sicherheit werden das keine Hundebesitzer sein. Denn, so sagte schon Arthur Schopenhauer: Wer nie einen Hund hatte, der weiß nicht, was Lieben und Geliebtwerden bedeutet. Ihm selbst standen wohl seine Pudel, allen voran der letzte namens Butz, näher als die Menschen, schließlich war der Philosoph ein ausgesprochener Misanthrop.
Sieben Millionen Tiere
Der Hund gilt als bester Freund des Menschen. Er ist immer da und freut sich, wenn Frauchen oder Herrchen nach Hause kommt. Er spürt die Verfassung seines Besitzers und drückt ihm zur Aufmunterung auch mal seine feucht-kalte Schnauze ins Gesicht. Einem Hund kann man alles erzählen, geduldig scheint er zuzuhören und vor lauter Aufmerksamkeit legt er dabei gern den Kopf schief. Meist ist er genügsam, freut sich schon unbändig übers Gassigehen oder ein knackiges Würstchen. So hat sich der Hund beim Menschen einen festen Platz erobert. Einige Tausend Jahre leben Mensch und Hund nun schon zusammen. Mit einem Hund ist man nie allein. In einer Zeit, in der die Zahl der Singles wächst und die der Kinder sinkt, in der Oma und Opa längst nicht mehr in der Großfamilie alt werden, nimmt der Hund einen immer größeren Stellenwert ein. Nach einer aktuellen Erhebung lebt in 14 Prozent aller deutschen Haushalte ein Hund, insgesamt fast sieben Millionen Tiere. In Berlin waren im vergangenen Jahr 97.996 Hunde registriert.
Der Hund tut dem Menschen gut, das ist unumstritten. Umgekehrt ist das nicht immer der Fall. Jahrelang hat die Diplom-Psychologin Silke Wechsung die Beziehung zwischen Mensch und Hund untersucht und verschiedene Hundehalter-Typen ausgemacht. Bei etwa drei Viertel aller Frauchen und Herrchen geht es den Hunden demnach gut, auch wenn die Zuneigung manchmal Blüten treibe. Schwierig sei es dann, wenn der Vierbeiner zum Prestigeobjekt werde, weil er in solchen Fällen als modisches Accessoire oder Machtsymbol missbraucht werde.
Die Wirtschaft hat die Bedürfnisse der Hundehalter längst als Geschäftsfeld entdeckt. 2013 wurden allein für Futter 1,2 Milliarden Euro ausgegeben, der Umsatz rund um den Vierbeiner beläuft sich auf fünf Milliarden Euro. Es gibt Restaurants für Hunde, Geschäfte, die selbstgebackene Leberwurst-Cookies oder Brillant-besetzte Halsbänder im Sortiment haben. Auch das Bildungsprogramm wird ausgefeilter. Die Dichte an Hundeschulen wächst, viele haben Schwimmen, Yoga und Tanzen im Programm. Und wenn es der Liebling dabei übertreibt, lässt sich das bei der Hundephysio zurechtruckeln. Die meisten Hundehalter gehen mit ihrem Vierbeiner allerdings am liebsten spazieren.
Schon dem Preußenkönig Friedrich dem Großen soll die Gesellschaft eines Hundes lieber gewesen sein als die der Mitmenschen. „Die kalte Schnauze eines Hundes ist erfreulich warm gegen die Kaltschnäuzigkeit mancher Mitmenschen“, sagte er. Was die Berliner von heute an ihrem vierbeinigen Freund schätzen und was sie mit ihm unternehmen, erzählen hier drei von ihnen.
Stefan Matthes und Lisa
Stefan Matthes und Lisa gibt es nur im Doppelpack. Nur selten ist Herrchen ohne Hund auf der Straße zu sehen. Wenn doch, dann sorgt sich gleich die Nachbarschaft in Westend. Immerhin ist Lisa schon 16 Jahre alt, für einen Vierbeiner ein rekordverdächtiges Alter.
Allein in der Wohnung würde Stefan Matthes seine Hündin heute ohnehin nicht mehr lassen. Daran ist die Feuerwehr schuld. Oder die Nachbarin. Oder Lisa. Nein, eigentlich Stefan Matthes selbst. Es war vor zwei Jahren. Für zwei Stunden hatte Stefan Matthes Lisa in der Wohnung allein gelassen. Kaum war das Herrchen aus der Tür, jaulte der Hund offenbar durchgehend. So laut, dass die Nachbarin darunter dachte, dass dem Herrn Matthes da oben etwas zugestoßen sein müsse. Sie rief die Feuerwehr, die beherzt zur Sache ging. Als Stefan Matthes nach Hause kam, war es schon zu spät: Die Tür war kaputt, dafür lief ihm Lisa freudig entgegen. Immerhin hatte sie jetzt ihr Ziel erreicht: Sie darf nun immer mit Herrchen mit. „Ich hab ihr eigentlich alles beigebracht“, sagt Stefan Matthes lachend, „nur das Alleinsein, das habe ich wohl vergessen“.
Drei Hunde hatte er schon, bevor Lisa ins Haus kam. „Das waren alles Rüden, ich wollte eigentlich nie eine Hündin und schon gar keinen Terrier“, erklärt er. Nun hat er beides. Lisa ist ein Mischling. „Die Mutter war ein reinrassiger Welsh Terrier, der Vater war flüchtig, da weiß man nicht genau, was in ihm steckte“, erklärt Stefan Matthes. Auf jeden Fall eine Portion Schäferhund, Lisas Ohren nach zu urteilen: Schäferhundohren, allerdings mit Haaren dran, Pinselohren eben. „Ja für ihre Ohren ist sie berühmt“, sagt das Herrchen stolz und klopft der Hündin auf die Schulter.
Sie galt als schwer erziehbar
Ausgesucht hat er sich Lisa nicht. Eher war es umgekehrt. Ein Freund hatte den Hund eigentlich für seine Kinder gekauft, aber es lief anders als geplant. Vor lauter Spielen gelang es Lisa nicht, stubenrein zu werden. Und davon abgesehen galt sie zwar als freundlich, aber schwer erziehbar. Also wurde Lisa, die damals ein halbes Jahr alt war, ein Fall für Stefan Matthes. „Liebe auf den ersten Blick war das nicht“, erinnert er sich, „aber bildhübsch fand ich sie gleich“ – obwohl sie Terrier und Hündin war.
Vielleicht war es die Überwindung von vielen Hürden, die die beiden letztlich so zusammen geschweißt hat. Es dauerte, bis Lisa stubenrein war und auf Herrchen hörte. Und dann lief sie ihrem Besitzer auch noch manchmal davon. Auf der Reichsstraße verschwindet Lisa noch heute in einschlägigen Geschäften, weil sie weiß, wo sie ein Leckerli bekommt. Irgendwann einmal war sie im Grunewald auf und davon. Sicherheitshalber hatte Stefan Matthes seine Telefonnummer an Lisas Halsband notiert. Stunden später rief jemand von einem Tennnisclub bei ihm an. Lisa sei dort gestrandet, sie würde auf der Terrasse sitzen und sich füttern lassen. Richtig böse konnte Stefan Matthes in diesem Moment seinem Hund nicht sein – die Erleichterung war größer. Und wenn Lisa ihn mit ihren Knopfaugen anschaut, ist sowieso jeder Ärger verflogen.
„Da fehlt doch was“
Ohne seinen Hund ist Herrchen nur dienstags und mittwochs. „Am Mittwoch habe ich Stammtisch, und da mag sie nicht mit.“ Da Lisa aber nicht allein bleiben will und er nicht noch mal die Feuerwehr in der Wohnung haben will, holt sein Bruder den Hund für zwei Tage ab. Stefan Matthes genießt es dann schon, länger schlafen zu können, weil Lisa inzwischen nicht mehr gut einhalten kann und morgens früh unruhig wird. Aber die tägliche Runde durch den Wald, die geht ihm dann schon sehr ab. Manchmal hält er es nicht aus und geht trotzdem spazieren. „Aber irgendwie komme ich mir komisch dabei vor, ohne Hund an der Seite, da fehlt doch etwas.“
Zumal er dann ja nicht reden kann. Stefan Matthes hat sich angewöhnt, mit Lisa zu reden, wenn er mit ihr unterwegs ist. Das finde niemand komisch. Aber ein Mann allein im Wald, der Selbstgespräche führe, das sei doch schrullig. „Lisa tut mir einfach gut und hält mich auf Trab“, sagt er. Und umgekehrt brauche sie ihn auch, besonders jetzt in ihrem hohen Alter, wenn sie manchmal nicht mehr weiß, wo vorne und hinten ist.
Darum gibt es eigentlich auch nichts, was er für Lisa nicht tun würde. Sie bekommt selbst gekochtes Essen mit Huhn und Reis. Zweimal musste sie operiert werden, weil sie Zahnstocher verschluckt hatte. Zig Bälle von Kindern hat er schon bezahlen müssen, weil Lisa hinter ihnen hergelaufen war und reingebissen hatte. „Wir gehen eben durch dick und dünn“, sagt Herrchen. Trotzdem ist Lisa für Stefan Matthes immer noch ein Hund und kein Mensch. Über Hundebesitzer, die sich mit Decke, Mäntelchen und Tupperboxen für den Vierbeiner ausrüsten, wenn sie rausgehen, schüttelt er den Kopf. Nein, diesen Zirkus würde er nicht mitmachen. Vielleicht ist es gerade diese Einstellung, die Lisa in ihrem hohen Alter so fit sein lässt.
Anna Edith Knof und Felix
Felix ist so etwas wie der Herr im Haus. Natürlich wohnen in der Senioreneinrichtung auch Männer, aber keine weiteren auf vier Pfoten. Wenn sein Frauchen nicht da ist, hat der Mischling – ein bisschen Dackel, ein bisschen Corgi und noch so manches mehr – das Gefühl, das ganze Haus beschützen zu müssen. Einmal hat Anna Edith Knof ihn für ein paar Stunden allein gelassen, weil der Arztbesuch so lang dauerte. Da gab es dann hinterher Beschwerden, weil Felix aus dem Verteidigungsmodus gar nicht herauskam. So viel Vehemenz ist ihm gar nicht anzusehen. Zumindest nicht, wenn er neben Frauchen sitzt und sich von ihr kraulen lässt.
Die 89-jährige Anna Edith Knof und Felix wohnen seit fast zwei Jahren in einer Senioreneinrichtung am Ku’damm. Es ist selten, dass ein älterer Mensch sein Haustier dorthin mitnimmt. Oft ist das auch nicht möglich, weil die Betreuer mit den Senioren schon genug zu tun haben und nicht noch Hund, Katze oder Kaninchen versorgen können. Aber wenn die Bewohner selbst noch fit genug sind, wird eine Ausnahme gemacht. Für Frau Knof wäre etwas anderes auch gar nicht in Frage gekommen. Ein Leben ohne Felix? Unvorstellbar.
Dabei hatte die alte Dame gar nicht mehr damit gerechnet, dass sie in ihrem Leben noch mal auf den Hund kommen würde. Felix ist ihr erster Hund, bekommen hat sie ihn mit 82 Jahren. Gewünscht hatte sie sich einen Hund schon ein Leben lang. „Aber mein Mann war früh gestorben, dann habe ich immer gearbeitet, da wäre der Hund doch immer allein gewesen.“ Also hat sie verzichtet und nur weiter von Vierbeinern geträumt.
„Wie wäre es mit einem halben Hund?“
2005 zog sie nach Berlin. Ein neuer Lebensabschnitt. Ihr Sohn, der schon seit vielen Jahren in der Hauptstadt lebt, hatte ihr vorgeschlagen, hierher zu ziehen, damit jemand in ihrer Nähe ist, falls etwas ist. „Nach 80 Jahren in Bochum war das schon eine große Umstellung“, erinnert sie sich. „Dort kannte ich ja alles, aber hier?“ Ein Hund könnte da ein guter Begleiter sein, überlegte sich die Familie und obendrein eine „Auflockerung des Alters“. Aber Anna Edith Knof schüttelte den Kopf: „Nun bin ich doch zu alt.“
Da hatte die Enkelin einen Vorschlag: „Wie wäre es mit einem halben Hund?“ Oma schaute stutzig: Wie sie sich das denn vorstelle? „Zur Hälfte ist er bei dir, zur anderen bei mir. Wir teilen uns alles“ , so die Idee. Frau Knof blieb kritisch, ließ sich dann aber doch mit ins Tierheim nehmen, um einen Vierbeiner auszusuchen. An diesen Tag vor sieben Jahren erinnert sie sich noch genau. „Im Tierheim liefen die Hunde gleich alle auf uns zu, jaulten und wedelten mit dem Schwanz, als wollten sie sagen: Nimm mich.“ Nur einer, der habe nur in der Ecke gelegen und sie angeschaut. Anna Edith Knof hat sofort verstanden, was er sagen wollte: „Das schert mich hier alles nicht.“ Die Seniorin hat auf ihn gezeigt und die Enkelin gefragt. „Was hältst du von dem?“ Für sie war die Entscheidung da eigentlich schon gefallen.
Klausi hieß Felix damals, er sei ein Streuner gewesen, erklärte ein Mitarbeiter aus dem Tierheim. Sonst wussten sie nichts über sein Vorleben, aber das störte Anna Edith Knof nicht. Sie wollte mit Klausi nicht in die Vergangenheit, sondern in die Zukunft gehen. Und Klausi schien das wohl ähnlich gesehen zu haben, jedenfalls trottete er zutraulich hinter Oma und Enkelin her. Nur dieser Name, nein, der ging nicht. Also wurde aus Klausi auf Frau Knofs Vorschlag Felix. Und aus dem halben Hund wurde schnell ein ganzer. Anfangs war Felix schon ab und zu bei der Enkelin, aber bald schon war Frau Knof das alleinige Frauchen. „Das war doch nur ein Trick von meiner Enkelin“, sagt die 89-Jährige heute lachend, „und ich bin drauf reingefallen“. Und dann sagt sie noch: „Etwas Besseres hätte mir aber auch gar nicht passieren können – und einen besseren Hund hätte ich nie bekommen können.“
Er macht keinen Mucks
Seitdem weicht Felix nicht von der Seite seines Frauchens. Wenn Frau Knof im Haus zum Plaudercafé oder zum Gedächtnistraining geht, ist Felix dabei. Und selbst zum Arzt nimmt sie ihn mit und bindet ihn im Treppenhaus vor der Tür fest. „Da macht er keinen Mucks, weil er weiß, dass ich in der Nähe bin.“
Schon morgens um sechs Uhr dreht sie mit Felix die erste Runde. Mit ihm hat die Bochumerin Berlin schon ein gutes Stück kennengelernt. Jedenfalls die nähere Umgebung. Viel mehr schafft die Seniorin nicht mehr. Außerdem hat sie Angst, nicht zurückzufinden, wenn sie in eine ihr fremde Straße kommt. Das Gedächtnis funktioniere eben nicht mehr so gut. Aber mit Felix zumindest viel besser, „der hält mich fit“. Bei Wind und Wetter geht sie raus. Nur wenn es im Winter mal glatt ist, kümmert sich Sohn Horst ums Gassigehen.
An den Tag, als sie mit Felix bei Pro Seniore einzog, erinnert sich Anna Edith Knof noch genau. Am ersten Abend stand sie vor ihrem Bett und sagte: „So, nun geht es ins Körbchen.“ Felix habe sie angeschaut, freudig, aber auch etwas ungläubig, und wollte schon einen Satz auf ihr Bett machen. Aber da schüttelte sie energisch den Kopf. „Nein, Felix, bei aller Liebe, das fangen wir erst gar nicht an, dein Körbchen ist dort.“ Und sie wies auf sein mit Stoff überzogenes Schaumstoff-Rund, das am Kopfende ihres Bettes am Boden lag. Das hat er wohl verstanden und danach nie wieder Anstalten gemacht, aufs Bett zu springen. „Ja, er versteht viel“, sagt Anna Edith Knof, „nur eine Antwort bekomme ich nie“. Aber man könne sich ja auch ohne Worte verständigen. Dabei schaut sie ihm in seine großen braunen Augen, und es sieht fast aus, als würde Felix ihr Nicken erwidern.
Fritzi und Ida
Fritzi freut sich schon auf den nächsten Geburtstag von Ida. Im Januar wird ihr Hund drei Jahre alt. Eine Girlande wird die Zwölfjährige dann durchs Wohnzimmer spannen, und es gibt einen extragroßen Knochen. Natürlich kommt auch Trudi, der Hund von Fritzis bester Freundin.
Einen Hund wollte Fritzi schon lange haben. Früher hatte sie Kaninchen, „aber das sind keine richtigen Haustiere“, findet sie. Also löcherte sie ihre Eltern. Ihre Mutter war sowieso dafür, aber der Vater und die beiden Brüder konnten der Idee nicht viel abgewinnen: „Was sollen wir denn mit einem Köter?“ Aber Mutter und Tochter kochten den Rest der Familie schließlich weich. Und dann war es soweit. An einem Freitag holte Fritzis Mutter ihre Tochter von der Schule ab und sie fuhren zusammen nach Chemnitz. Erst mal ohne Leine, ohne Transportbox. „Wir hatten Ida ja nur auf einem Foto im Internet gesehen“, erzählt das Mädchen, „wir wussten ja nicht, ob sie uns gefällt“.
Süß und tapsig
Eine theoretische Überlegung. Denn geglaubt haben die beiden das nicht wirklich. Und als sie Ida sahen, gab es tatsächlich kein Zurück mehr. Neun Wochen war die kleine Hündin alt, eine Mischung aus Drahthaar und Viszla. „Die war so süß und tapsig“, erinnert sich Fritzi, während sie den inzwischen ausgewachsenen Hund hinter den Ohren krault.
Als Ida während der Heimfahrt auf Fritzis Schoß einschlief und das Mädchen den warmen Atem des Welpen spürte, hatte sie zum ersten Mal das Gefühl, den Hund zu verstehen. Und heute empfindet sie das auch umgekehrt. „Ida ist immer da, und wenn ich nicht gut drauf bin, kuschelt sie sich an. Ida ist so etwas wie eine Schwester für mich.“ Und die bekommt eine immer größere Bedeutung, weil Fritzis Brüder inzwischen Abitur gemacht haben. Der eine ist schon ausgezogen und der andere wird auch bald aus dem Haus gehen.
Aber mit Ida ist sie nie allein. Besonders schön sei das nach der Schule, sagt Fritzi. Früher war oft keiner da, heute läuft Ida freudig auf sie zu und bringt ihr ein „Geschenk“: einen Schuh, eine Socke, einen Ball. Längst haben übrigens auch der Vater und die Brüder den „Köter“ in ihre Herzen geschlossen.


