Kinderserie

Annette Goessel wurde mit Glück und Fleiß zur Künstlerin

Annette Goessel, 48, vermittelt Kindern in ihrem Atelier alles über die Kunst. Als „Lehrerin“ sieht sie sich allerdings nicht, verrät sie im Kurzinterview.

Foto: Reto Klar

Warum haben Sie eine Malschule bei sich im Atelier?

Eigentlich stimmt das Wort Schule nicht. Ich leite keine Institution und ich bin keine Lehrerin – und dennoch: Bei mir lernen die Kinder unheimlich viel. Weil sie viel Freiheit haben, aber kein Chaos herrscht. Außerdem geht es bei mir nicht nur ums Malen: Wir stellen selber Pinsel her, oder ich nehme die Kinder mit auf eine Reise durch die Kunstgeschichte. Die Idee dazu hatte ich nach meinem Spanienaufenthalt 2001 bis 2003. Dort war meine Tochter in einer Malschule, und bei meiner Rückkehr nach Berlin dachte ich: So etwas möchte ich auch machen – Kindern Kunst nahe bringen.

Was muss ein Kind haben, das davon träumt, Künstler zu werden?

In erster Linie Lust! Später, wenn der Wunsch sich verfestigt, sollte man wissen, wo man hinwill. Mit der richtigen Mischung aus Fleiß, einer Portion Glück und eisernem Willen kann man es wagen, Künstler zu werden. Allerdings muss man sich klar sein, dass man nicht unbedingt ein großer Star wird.

Wie sind Sie Malerin geworden?

Ich bin in einem sehr kulturellen Elternhaus aufgewachsen, kam in das kunstinteressierte Internat Schloss Plön. Da wurde der Grundstein gelegt. Natürlich liegt das auch in einem selber: Ich bin ein fleißiger Forschergeist! Später habe ich ein Malereistudium an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien in der Meisterklasse von Professor Caramelle absolviert. So ging alles seinen Weg.