Das Hochwasser an der Oder geht weiter zurück - allerdings sinken die Pegelstände langsamer als vorhergesagt. Seit Montag gilt weitgehend die zweithöchste Alarmstufe 3. Am Unterlauf der Oder hielten sich die Pegelstände auf hohem Niveau, dort liegt nun der Schwerpunkt der Aufmerksamkeit.

Ein Sprecher des Landeskatastrophenstabes sagte am Dienstag, die Lage sei ruhig: „Es ist eigentlich alles im grünen Bereich. Aber man kann es nicht oft genug sagen: Wichtig ist jetzt, in der Aufmerksamkeit nicht nachzulassen.“ Nach wie vor würden alle Deichabschnitte rund um die Uhr bewacht.

Zugleich werden nach Angaben des Hochwasserlagezentrums die Schäden ausgebessert. Dass sich die Lage entspannt, war vor allem an der Zahl der eingesetzten Helfer ablesbar: Waren am Montag noch knapp 700 Menschen im Einsatz, waren es am Dienstag nur noch 360, etwa die Hälfte davon Deichläufer.

Die Deiche hielten den Wassermassen stand. Der Warthe-Scheitel wird zum Wochenende erwartet. Die Experten rechnen aber damit, dass auch mit dem Warthe-Wasser die Alarmstufe 3 nicht mehr überschritten wird.

Deutlich angespannter ist die Situation in Polen. Im Kampf gegen das Hochwasser erhielt das benachbarte Lebuser Land erneut Unterstützung, teilte das brandenburgische Innenministerium mit. Das Technische Hilfswerk (THW) brachte am Dienstagnachmittag zusätzliche 60.000 Sandsäcke aus dem Katastrophenschutzlager in Beeskow (Oder-Spree) nach Polen.

Außerdem gingen 40 Netzcontainer an die Nachbarn. Mit diesen Behältern können bis zu drei Tonnen Sandsäcke per Hubschrauber transportierte werden. Das Land hatte bereits am vergangenen Wochenende 600.000 Säcke an Polen übergeben. Zudem half es mit Booten und Notstromaggregaten aus.

Zunächst hatte das Hochwassermeldezentrum in Frankfurt (Oder) gehofft, noch im Laufe des Dienstags den Alarm auf Stufe 2 absenken zu können. Dies wurde jedoch korrigiert. „Das Wasser geht leider nicht so schnell zurück wie gehofft“, sagte ein Sprecher. „Es geht nur Zentimeter um Zentimeter.“ Man rechne nun damit, dass die Stufe 3 noch mehrere Tage anhalten werde.

Am Unterlauf der Oder hielten sich die Pegelstände auf hohem Niveau, dort liege nun der Schwerpunkt der Aufmerksamkeit. Zugleich wird laut Landesumweltamt die Wettersituation genau beobachtet und geprüft, ob der viele Regen Auswirkung auf die betroffenen Gebiete haben könnte.

In Frankfurt (Oder) bezeichnete ein Sprecher die Lage als „unproblematisch“. Der Krisenstab wurde am Montag aufgelöst und die meisten freiwilligen Helfer wurden nach Hause geschickt. Im Buschmühlenweg, wo zahlreiche Häuser im Wasser standen, gingen die Aufräumarbeiten weiter; die letzten Häuser sollten Dienstag ausgepumpt werden.

dpa/mim