Noch immer steht das Hochwasser auf den Äckern im Oderbruch. Nach Einschätzung der Bauern wird das auch noch eine Weile so bleiben. Umweltministerin Tack will prüfen, wann Schutzmaßnahmen gegen die Fluten eintreten können. Die Bauern im Oderbruch werden möglicherweise schneller als geplant von Schutzmaßnahmen gegen das Hochwasser profitieren.

Außerdem ist Schadensersatz für vom jüngsten Hochwasser betroffene Landwirte nicht ausgeschlossen. Das sagte Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack (Linke) am Freitag nach Beratungen in Seelow (Märkisch-Oderland). Daran hatten auch Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) sowie Vertreter des Landesumweltamtes und von Verbänden teilgenommen.

Es müsse geprüft werden, ob Sonderprogramme gegen Hochwasser beschleunigt werden könnten, sagte Tack. Schon jetzt seien in der Region 2,4 Millionen Euro etwa für die Sicherung von Böschungen ausgegeben worden. Das ursprünglich bis 2015 geplante Sonderprogramm umfasst insgesamt 10,2 Millionen Euro. Beschleunigt werden könnte laut Tack auch die Sanierung der Wriezener Alten Oder, für die bis 2012 rund 1,2 Millionen Euro eingeplant worden seien.

Schadensersatz für Bauern

Tack schloss nicht aus, dass besonders stark vom Hochwasser und damit von Ernteeinbußen betroffene Bauern Schadensersatz bekommen. Dazu müsse jeder Einzelfall geprüft werden, meinte sie. Schon jetzt lägen die Schäden in Millionenhöhe, sagte Henrik Wendorff vom Bauernverband. Es seien Fälle bekannt, in denen Landwirte bis zu 70 Prozent eines Jahresumsatzes verloren hätten.

Die Probleme durch das Hochwasser belasten die Landwirte nach Verbandsangaben noch bis in den Herbst 2011. „Was ich heute nicht bestellen kann, kann ich nächstes Jahr nicht ernten“, sagte Wendorff. Im August war im Oderbruch mit 208 Litern pro Quadratmeter so viel Regen gefallen wie noch nie. Deshalb stehen weite Teile des Landes unter Wasser, ein Großteil der Ernte ist vernichtet.

Auch in anderen Teilen Brandenburgs ist das Thema Hochwasser weiterhin aktuell. Nach Angaben des Hochwassermeldezentrums in Cottbus gilt an der Schwarzen Elster in Herzberg (Elbe-Elster) weiterhin die niedrigste Alarmstufe 1. Auch an der Spree wurde die Stufe 1 zwischen Leibsch und Schwielochsee und an der Müggelspree bis zur Berliner Landesgrenze immer noch nicht unterschritten.

dpa/jt