In der Nähe von Berlin haben Ermittler ein illegales Drogenlabor ausgehoben und dabei rund 30 Kilogramm Crystal Meth sowie knapp 50 Liter mutmaßliche Methamphetamin-Base sichergestellt. Bei der Durchsuchung einer Halle im brandenburgischen Ludwigsfelde stießen Polizei und Zollfahnder zeitgleich auch auf eine Wohnung in Berlin: Dort beschlagnahmten sie fast 50 Kilogramm Cannabisprodukte, 32 Kilogramm des Narkosemittels Ketamin sowie drei Schusswaffen, wie die Berliner Staatsanwaltschaft und das Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg mitteilten.

Illegales Drogenlabor ausgehoben
Rund 30 Kilogramm Methamphetamin sowie fast 50 Liter mutmaßliche Methamphetamin-Base wurden sichergestellt. © ---/Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg/dpa | ---

Polizei nimmt zwölf Verdächtige fest

Die Behörden ermitteln gegen zwölf Männer im Alter von 19 bis 47 Jahren. Die Hälfte von ihnen befindet sich demnach in Untersuchungshaft. Mutmaßlicher Anführer der Gruppe soll ein 21 Jahre alter Berliner sein, in dessen Wohnung die Drogen gefunden wurden. Er soll drei Mexikaner im Alter zwischen 46 und 47 Jahren zur Herstellung der synthetischen Drogen engagiert haben. Die Männer wurden in dem Labor im Industriepark Ost in Ludwigsfelde festgenommen.

Nach ersten Erkenntnissen wurde dort vor allem die Droge Crystal Meth hergestellt. Crystal Meth ist ein Aufputschmittel der chemischen Kategorie Methamphetamin mit einer sehr starken Wirkung und einem hohen Suchtfaktor.

Auch interessant

Razzia auch in Berlin – insgesamt mehr als 250 Einsatzkräfte beteiligt

Polizei und Zollfahndungsamt waren am Mittwoch mit einem Großaufgebot und schwer bewaffnet in dem Gewerbegebiet angerückt. Parallel erfolgte eine Razzia in 13 weiteren Geschäftsräumen und Wohnungen der mutmaßlichen Drogenhändlerbande in Berlin und Brandenburg sowie eine Durchsuchung in Baden-Württemberg. 

Auf die Spur der mutmaßlichen deutsch-mexikanischen Bande kamen die Fahnder durch Ermittlungen zu einem mutmaßlichen Cannabisschmuggel im Februar 2026. Die Staatsanwaltschaft vermutet weitere Hintermänner. 

Mehr als 250 Einsatzkräfte waren nach Behördenangaben an den Durchsuchungen beteiligt. Der Einsatz dauerte am Freitag an. Zuletzt standen die Räumung und Entsorgung von Restchemikalien durch Fachunternehmen im Vordergrund, wie der Sprecher des Zollfahndungsamtes, Christian Lanninger, sagte.

Im vergangenen Herbst war in Nauen im Landkreis Havelland ein riesiges Drogenlabor ausgehoben worden. Die Einsatzkräfte waren damals mehrere Tage im Einsatz. Einen Zusammenhang zu dem Fall gebe es bei diesem Einsatz nicht, sagte der Sprecher des Zollfahndungsamtes. Nach seiner ersten Einschätzung habe das Labor in Ludwigsfelde nicht die gleiche Dimension wie in Nauen.

pau/dpa