Einst residierte in der weitläufigen Villa NS-Propagandaminister Joseph Goebbels, inzwischen ist sie zum Lost Place geworden. Doch nun setzt sich der Bund für den Erhalt des verfallenen Areals am Bogensee in Wandlitz (Brandenburg) ein. Für eine Studie und die Suche nach Investoren seien drei Jahre eingeplant, heißt es in einerr Antwort des Bundesbauministeriums auf eine schriftliche Frage der Linken-Bundestagsabgeordneten Katalin Gennburg. Zuerst berichtete darüber die „Märkische Allgemeine Zeitung“ darüber.
Bis zu 300.000 Euro pro Jahr für Erhalt des Geländes mit Goebbels-Villa
Das Land Berlin als Eigentümerin des Areals teilte im Juni mit, dass bei der Suche nach einer neuen Nutzung 13 Bewerber näher geprüft werden. Zuletzt war aber auch ein Abriss der marode gewordenen Gebäude aus Sicht des Landes nicht vom Tisch. Die jährlichen Kosten für das rund 16 Hektar große Areal belaufen sich laut Berliner Verwaltung auf rund 250.000 bis 300.000 Euro.
- Überblick: Lost Places in Berlin: Alles zu den spannendsten Orten der Hauptstadt
- S-Bahn Berlin: Stammbahn nach Stahnsdorf: Wo Leichen mit dem Zug fuhren
- Berliner Untergrund: Diese technische Sensation steht heute unter Wasser
- Dreilinden: Panzersperren im Wald: Berlins vergessene Autobahn
- Unheimliche Villa: Dieser Thriller ist ein Muss für alle Lost-Places-Fans
Vom Bundesbauministerium heißt es, dass es nach wie vor den Erhalt des geschichtsträchtigen und durch zwei Diktaturen geprägten Areals anstrebe. Mit einem Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ werde eine Studie gefördert, in der die Gemeinde Wandlitz mit Unterstützung des Landkreises Barnim und weiterer Akteure neue Perspektiven für eine Nutzung für das Areal erarbeite. Damit sollen demnach auch mögliche Investoren gefunden werden.
Ehemalige Goebbels-Villa: Drei Jahre für Investorensuche eingeplant
„Für vorbereitende Arbeiten, Erstellung der Studie und gezielte Investorensuche ist ein Zeitraum von drei Jahren anberaumt.“ Das Bundesministerium erwarte, dass „die Beteiligten auf allen Seiten den begonnenen Prozess zur Rettung und Entwicklung des unter Denkmalschutz stehenden Areals Bogensee konstruktiv unterstützen“.
Auf dem Gelände in einem Waldgebiet nordöstlich von Berlin hatte sich NS-Propagandaminister Joseph Goebbels ein Landhaus bauen lassen. Zu DDR-Zeiten gab es dort eine Jugendhochschule der Freien Deutschen Jugend (FDJ). Seit dem Jahr 2000 ist das Areal ungenutzt und verfällt.
nfz/dpa


