Die Tage des freien Eintritts in einer der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Region sind gezählt. Ab April kommenden Jahres werden Besucherinnen und Besucher des Schlossparks Sanssouci in Potsdam Geld bezahlen müssen. „Wir arbeiten an einem Pflichteintritt für Sanssouci“, sagte Christoph Martin Vogtherr, Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, die das Weltkulturerbe in Berlin und Brandenburg verwaltet: „Wir werden das 2026 einführen.“ Damit präzisierte der Stiftungschef frühere Aussagen zum Thema Eintritt.
Der Eintritt soll nur für das Gebiet südlich der Maulbeerallee gelten. Sperren oder Schranken soll es jedoch nicht geben, sagte Vogtherr am Dienstag bei der Jahrespressekonferenz der Stiftung im Schloss Charlottenburg. Wie etwa in der Berliner U-Bahn werde aber gelegentlich kontrolliert, ob die Gäste ihren Beitrag geleistet haben. Man denke an Preise von 20 beziehungsweise ermäßigt 12 Euro für eine Jahreskarte. Tagestickets soll es für drei, ermäßigt zwei Euro geben. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren können den Park weiterhin gratis besuchen.
Preußische Schlösser und Gärten: Für weitere Parks soll kein Eintritt erhoben werden
Noch muss der Plan endgültig vom Stiftungsrat abgesegnet werden. „Wir gehen aber davon aus, dass das Modell auf Zustimmung stoßen wird.“ Tickets soll es online, an Automaten und auch an den Kassen der Schlösser geben. Für den Zutritt zu den Gebäuden wird in der Regel bereits Geld verlangt.
Für weitere Parks, etwa in Babelsberg oder in Berlin-Charlottenburg, ist es nicht geplant, Geld zu verlangen. Vogtherr begründete den Schritt mit der Entscheidung der Potsdamer Stadtverwaltung, der Stiftung Zuschüsse zu streichen. Bisher subventioniert Brandenburgs Landeshauptstadt den freien Zugang mit einer Million Euro pro Jahr. Vogtherr hofft, diesen Betrag nun durch die Eintrittsgelder zu erwirtschaften. Zuletzt kamen im Jahr 2024 762.000 Menschen in den Park Sanssouci.

In Berlin sind die Besucherzahlen gestiegen, in Brandenburg liegt man hinter 2019
Generell wird es nach den Worten des Generaldirektors für die vom Bund sowie den Ländern Berlin und Brandenburg finanzierten Stiftung immer schwieriger, einen ausgeglichenen Haushalt zu erwirtschaften. Darum müsse man auch weitere eigene Einnahmen erzielen. Die Besucherzahlen haben im vergangenen Jahr insgesamt fast wieder das Niveau von vor der Corona-Pandemie erreicht. In Berlin kamen im Vorjahr mit 551.000 sogar mehr Menschen in die Schlösser als 2019, in Brandenburg sind es immer noch weniger.
Während die Sanierungen der Schlösser mithilfe des Sonderinvestitionsprogramms des Bundes und er Länder gut vorangehe, macht der Klimawandel den berühmten Grünanlagen immer stärker zu schaffen. Die Parks seien der „Stolz, aber auch die Sorgenkinder“ der Stiftung, sagte Vogtherr. Der Klimawandel mit Dürre und steigenden Temperaturen bedrohe die historischen Grünanlagen. Der Pflegeaufwand für die alten Bäume habe sich deutlich erhöht. Drei Stellen musste die Stiftung einrichten, um diese Arbeit zu leisten. Insgesamt gehe es um Mehrkosten im oberen sechsstelligen Bereich pro Jahr.
Klimawandel: Bäume brauchen mehr Pflege, Bewässerung wird ausgebaut
Insgesamt muss die Stiftung noch sorgfältiger mit dem Wasser umgehen. In einigen Parks werden Zisternen gebaut, um Regenwasser aufzufangen, auch die Bewässerungssysteme würden modernisiert. Einfach mehr Wasser aus der nahen Havel zu ziehen, sei nicht möglich. „Wir haben Entnahmegrenzen, an die müssen wir uns halten“, sagte Vogtherr.



