Das im Zentrum des Pharmaskandals in Brandenburg stehende Unternehmen Lunapharm hat nach Erkenntnissen der Behörden zwischen 2015 und 2017 von einer griechischen Apotheke, die auch gestohlene Krebs­medikamente vertrieben haben soll, 4651 Arzneimittelpackungen bezogen. Dies teilte das Potsdamer Gesundheitsministerium am Montag aufgrund einer parlamentarischen Anfrage des CDU-Abgeordneten Raik Nowka mit.

Nach derzeitigem Erkenntnisstand habe das Unternehmen daneben Ausgangsstoffe für die Herstellung von Arzneimitteln von 17 Lieferanten und noch Ware für den Großhandel bezogen. Zur Frage der womöglich unsachgemäßen Lagerung von Medikamenten, die deshalb dann nicht mehr wirken könnten, schrieb das Ministerium: „Die bisherigen bei der Lunapharm Deutschland GmbH durchgeführten Inspektionen ergaben bislang keine Anhaltspunkte, die auf insoweit unsachgemäße Transporte beim Bezug von Arzneimitteln von Dritten schließen lassen.“

Mehrfach erklärte das Ministerium, dass die Landesregierung noch mit der Aufarbeitung des Falles befasst sei. Im Aufarbeitungsprozess werde auch geprüft, ob ein Rückruf schon früher hätte erfolgen müssen. Derzeit arbeitet eine Expertenkommission an der Analyse. Mit einem ersten Ergebnis wird Ende August gerechnet.

Der Abgeordnete Nowka nannte die Antwort des Ministeriums dünn. „Das ist uns deutlich zu wenig“, sagte er auf Anfrage. Es sei unbefriedigend, auch nach fünf Wochen keine Antworten auf wichtige Fragen zu erhalten. Er werde jetzt bei der nächsten Sitzung des Gesundheitsausschusses am 28. August darauf dringen, dass das Ministerium und die Expertenkommission aufklärten.

Vom Skandal um den Handel mit gestohlenen Krebsmedikamenten aus Griechenland sind nach Erkenntnissen der Berliner Behörden rund 220 Patienten in der Region betroffen. Demnach seien drei Apotheken in Berlin mit den infrage stehenden Medikamenten von Lunapharm beliefert worden.

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