"Reichs Jägermeister"

"Jägermeister" geht gegen Brandenburger Nazi-Onlineshop vor

Ein Onlineshop vertreibt Nazi-Devotionalien, darunter auch einen "Reichs Jägermeister". Die Firma "Jägermeister" geht dagegen vor.

Flaschen der Firma "Jägermeister", deren Markenname und Produkt von einem Shop für Nazi-Devotionalien nachempfunden wurde. Dagegen geht die Firma nun vor (Archivbild)

Flaschen der Firma "Jägermeister", deren Markenname und Produkt von einem Shop für Nazi-Devotionalien nachempfunden wurde. Dagegen geht die Firma nun vor (Archivbild)

Foto: picture-alliance / dpa / picture-alliance / dpa/Zentralbild

Neuruppin. Neue Entwicklung im Fall des Onlineshops, der verbotene Nazi-Devotionalien vertreibt: Nachdem die Staatsanwaltschaft Neuruppin Ermittlungen gegen einen Mann aus der Uckermark aufgenommen hat, bei dem es sich um den Betreiber des Shops handeln soll, hat die Spirituosenmarke "Jägermeister" rechtliche Schritte gegen den Versand eingeleitet. Der Grund: In dem Shop wird - neben "SS"-Bettwäsche, Hitler-Büsten und Hakenkreuz-Girlanden - ein vom Betreiber "Reichs Jägermeister" genannter Kräuterlikör vertrieben. Der Name "Jägermeister" ist rechtlich geschützt und im Besitz der Spirituosenmarke aus Wolfenbüttel.

Auf Anfrage der Berliner Morgenpost dankt "Jägermeister" für den Hinweis und schreibt: "Weder uns, noch dem zuständigen Bereich 'Recht und Markenschutz' war diese Seite bekannt. Wir haben nach Kenntnis aller Details rechtliche Schritte eingeleitet, um gegen die Nutzung unseres Markennamens vorzugehen", heißt es. "Neben der vorliegenden Markenrechtsverletzung (umfasst Nennung des Namens und eine „Nähe“ zum Hubertushirschkopf mit Kreuz im Logo), werden wir umfangreichere Rechtsverstöße prüfen", teilte eine Sprecherin des Unternehmens der Berliner Morgenpost mit.

Seit 1934 trug Hermann Göring den Titel „Reichsjägermeister“. Neben dem Markennamen des Schnapses ist auch die Aufmachung des als "Reichs Jägermeister" beschriebenen Produkts an den "Jägermeister" aus Wolfenbüttel angelehnt, inmitten des Hirschgeweihs prangt allerdings ein Hakenkreuz. Nazi-Symbolik wie das Hakenkreuz gilt in Deutschland als verfassungsfeindlich und ist verboten. Laut Staatsanwaltschaft Neuruppin verschicken die Hintermänner des Shops ihre Ware von Spanien nach Deutschland und von dort an Postdienstleister, die diese dann an die Endkunden weiterverteilen.

Gegen den mutmaßlichen Vertreiber der Nazi-Devotionalien wird "wegen Volksverhetzung und anderer Delikte" ermittelt, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Für Aufsehen sorgten auch Erdnüsse in Dosen mit dem Aufdruck „Zyklon B - Giftgas“, die von dem Shop vertrieben werden. Das Giftgas "Zyklon B" wurde zur Zeit des Nationalsozialismus zum Massenmord in Konzentrationslagern eingesetzt.

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