Warum hackt ein Storch wie verrückt auf Autodächer ein? Warum löst ein Dackel einen „Sorgerechtsstreit“ aus? Und weshalb bekommt ein Kater Wärmflaschenbezüge aus ganz Deutschland zugeschickt? Brandenburg lieferte in diesem Jahr jede Menge Tiergeschichten. Skurrile, traurige, lustige und mitunter auch nervende tierische Storys.

Dackel Bonny

Bundesweit Schlagzeilen machte die Dackeldame Bonny aus Ferch (Potsdam-Mittelmark). Sie war seit 29. April 2012 verschwunden und kehrte 2016 nach einem bizarren Rechtsstreit zu ihren Besitzern zurück. Als Lulu, die nun wieder Bonny heißt. Die junge Hündin sprang vor vier Jahren beim Saisonauftakt auf dem Spargelhof in Beelitz aus dem Jeep ihres Besitzers, dem Förster Manfred Kühl – und verschwand.

Dass sie lebt, erfuhren die Kühls zwei Jahre nach dem Verschwinden, im Mai 2014. Der Züchter, bei dem sie den Dackel einst gekauft hatten, informierte sie darüber. Es stellte sich heraus: Ein Paar aus Bayern hatte den entlaufenen Hund damals am Straßenrand aufgelesen. Sie nahm ihn nach dem Urlaub in Brandenburg mit nach Hause. Die Besitzer des Dackels konnten sie angeblich nicht ermitteln. Obwohl Bonny schon damals einen Chip mit einer Nummer im Nacken trug.

3271,16 Euro Entschädigung für Bonnys Heimkehr

Überglücklich, ihre Bonny wiedergefunden zu haben, schrieben die Kühls den Pflegeeltern von Bonny. Doch diese schrieben zurück, sie könnten sich nicht vorstellen, Lulu wieder herzugeben. Es folgt ein jahrelanger Rechtsstreit. Im Sommer 2016 kehrte Lulu alias Bonny zu ihren Besitzern nach Ferch zurück. Gegen eine Entschädigung von 3271,16 Euro für Futter und Tierarztkosten, die Kühls an die Bayern zahlen mussten. So wie es das Landgericht Potsdam entschieden hat.

„Bonny hat sich wieder gut bei uns eingelebt und macht jetzt ihre Ausbildung zum Jagdhund“, berichtet Besitzerin Jutta Kühl. Für die Dackeldame bedeutet dies einen Verzicht auf allzu viele Leckerlis. „Sie hatte zu viel Speck angesetzt, aber jetzt ist sie wieder wunderbar in Form“, sagt Kühl.

Prozess um krähende Hähne

Ein weiterer tierischer Rechtsstreit beschäftigte die Richter in diesem Jahr. Ein Nachbar klagte gegen krähende Hähne auf einem Hof in dem 300-Einwohner-Dorf Zitz (Potsdam-Mittelmark). Der Kläger wollte vor dem Amtsgericht Brandenburg durchsetzen, dass der Hobbyzüchter statt bis zu acht Hähnen nur höchstens zwei halten darf. Zudem sollte ein Freilaufverbot zu bestimmten Zeiten verordnet werden.

Der Hobbyzüchter einigte sich im November mit dem Kläger. Seine Hähne und Hühner dürfen seither nur noch nach einem ausgeklügelten Zeitplan raus ins Freie. Zuvor hatte er bereits versucht, den Nachbarn zu besänftigen: Er schaffte nach eigenen Angaben sogar eine Hahnenrasse an, die angeblich leiser kräht. Doch das reichte dem ruhebedürftigen Nachbarn nicht aus.

Rabiater Storch "Ronny"

Monatelang terrorisierte ein Storch das Dorf Glambeck (Oberhavel) und hackte, was das Zeug hielt. „Ronny“ attackierte dunkle Autodächer und Fensterscheiben. Übertriebenes Balzverhalten könnte das sein, vermuteten Naturschützer. Das Ganze ging so weit, dass Dorfbewohner Bettlaken vor die Fenster hängten. Schon am frühen Morgen klopfte er an die Fenster. Der rabiate Storch brachte es damit zu bundesweiter Bekanntheit. Anfang Mai ließ sich Ronny in dem 125-Einwohner-Dorf im Löwenberger Land nieder. Dann im Herbst kam die befreiende Nachricht: Der Problemstorch ist weggeflogen.

Nach seinem erfolgreichen Abflug aus dem Dorf in Brandenburg sagte Ortsvorsteherin Hilde Peltzer-Blase: „Deutlich mehr Trubel als der Storch haben allerdings die Scharen an Fernsehteams gemacht, die einen Blick auf „Ronny“ erhaschen wollten. „Wir sind froh, wenn jetzt endlich Ruhe herrscht.“ Was zurückblieb? Tiefe Macken im Autolack. Und die Hoffnung, dass er nicht wiederkommt.

Jeden Tag ein anderes Outfit für den kratzenden Kater

Herz zeigten Tierliebhaber aus ganz Deutschland in einem anderen brandenburgischen Fall. Kater Schmidtchen leidet an einer Krankheit und muss sich ständig kratzen. Damit keine Wunden entstehen, überlegten sich die Tierheimmitarbeiter in Forst (Spree-Neiße) etwas Außergewöhnliches. Sie bastelten aus Wärmflaschenbezügen „Rollkragenpullis“ für Schmidtchen als Schutzbekleidung. Das funktionierte prächtig.

Weil sein Pulli-Verschleiß aber hoch war und auf die Schnelle im Sommer in Geschäften keine Wärmflaschenbezüge aufzutreiben waren, starteten die Mitarbeiter im Internet einen Aufruf. Ergebnis: Die Päckchen türmten sich und Schmidtchen konnte jeden Tag in einem anderen Design eingekleidet werden. Zur Kollektion gehörten die Modelle Hellblau mit Pinguin-Motiv, bunte Querstreifen oder zu Weihnachten Rentiere auf grau-weißem Hintergrund.

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Video: Der Mini-Eisbär versucht schon zu krabbeln

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