Hells Angels

Messerattacke auf Rocker-Boss wird neu verhandelt

Bei einem Angriff ist 2015 ein früherer Rocker-Boss der Hells Angels schwer verletzt worden. Nun wird der Prozess neu aufgerollt.

Durch eine Messerattacke wurde ein Ex-Rocker-Boss schwer verletzt. Nun wird der Prozess gegen den Angreifer neu aufgerollt.

Durch eine Messerattacke wurde ein Ex-Rocker-Boss schwer verletzt. Nun wird der Prozess gegen den Angreifer neu aufgerollt.

Foto: Ronald Wittek / dpa

Durch die Messerattacke wurde ein früherer Rocker-Boss so schwer verletzt, dass er fast verblutete – nun muss der Prozess gegen einen der Angreifer neu aufgerollt werden. Das Urteil gegen ein Mitglied der Hells Angels Nomads Berlin weist gleich mehrere Fehler auf, wie aus dem am Montag veröffentlichten Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe hervorgeht.

Das Landgericht Frankfurt (Oder) hatte den damals 33-Jährigen im Mai 2015 wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Gesamthaftstrafe von sieben Jahren verurteilt. Der Mann soll mit einem Komplizen den früheren Rocker-Boss der Hells Angels 2011 vor dessen Haus bei Berlin überfallen und mit Messerstichen lebensgefährlich verletzt haben, damit er den Club in Zukunft in Ruhe lässt. Einen Tötungsvorsatz hätten die Richter trotzdem nicht vorschnell ausschließen dürfen, beanstandet der BGH. Zudem weise die Darstellung einer DNA-Analyse, mit der der Angeklagte überführt worden war, methodische Mängel auf (Az. 4 StR 558/15).

Er überlebte nur knapp

Die Staatsanwaltschaft hatte nach dem Angriff auf den ehemaligen Hells-Angels-Präsidenten Holger B., genannt „Hokko“, zunächst wegen versuchten Mordes ermittelt. Im Prozess hatte der frühere Rocker-Boss den Angriff zweier Männer am Abend des 15. Mai 2011 vor seinem Haus in Altlandsberg (Märkisch-Oderland) geschildert. Er sei von den Angreifern mit einem Baseballschläger und einem Messer traktiert worden und habe sich hinter ein Auto geschleppt. Nur dies habe verhindert, dass die Beschuldigten ihn noch mit einem Auto überfahren hätten. Holger B. überlebte den Anschlag mit Stichverletzungen an Beinen und im Rücken nur knapp.

Aus Rache und Wut über den Überfall hatte B. später einen Attentäter angeheuert, der seinen Amtsnachfolger André S. bei den „Höllenengeln“ im Sommer 2012 in Berlin niederschoss und lebensgefährlich verletzte. Im Dezember 2013 wurde „Hokko“ zu siebeneinhalb Jahren Haft wegen Anstiftung zum versuchten Mord verurteilt. Das Gericht hatte es als erwiesen angesehen, dass er die Tötung seines Nachfolgers in Auftrag gegeben hatte.