Brandenburg

Nur 70 Pogida-Anhänger bei Demonstration in Potsdam

Den etwa 70 Pogida-Anhängern in Potsdam standen drei Gegendemonstrationen entgegen. Insgesamt 800 Polizisten sorgten für Ruhe.

Mit gleich drei Gegendemonstrationen stellten sich die Potsdamer dem Spaziergang von etwa 70 Pogida-Anhängern in der Stadt entgegen. Insgesamt 800 Polizisten sorgten dafür, dass alles friedlich blieb

Mit gleich drei Gegendemonstrationen stellten sich die Potsdamer dem Spaziergang von etwa 70 Pogida-Anhängern in der Stadt entgegen. Insgesamt 800 Polizisten sorgten dafür, dass alles friedlich blieb

Foto: Bernd Settnik / dpa

Potsdam.  Zum achten Mal ist am Mittwochabend in Potsdam Pogida marschiert – und sorgte damit erneut für massive Verkehrseinschränkungen. So blieb die Lange Brücke vom Nachmittag bis kurz vor 21 Uhr gesperrt, auch für den Straßenbahnverkehr. Nach einer Woche Pause hatte Pogida-Veranstalter Christian Müller für 18.30 Uhr zum „Abendspaziergang“ aufgerufen. Beobachter sprachen von etwa 70 Teilnehmern, die Polizei nannte keine Zahlen.

Gleichzeitig waren drei Gegenveranstaltungen angemeldet. Sie alle verliefen nach Polizeiangaben friedlich. Um 18 Uhr versammelte sich das Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ zu einer Gegendemonstration am Lustgarten. An der Rückseite des Bahnhofes hatten schon am späten Nachmittag Mannschaftswagen der Polizei, zwei Wasserwerfer aus Berlin sowie zahlreiche Einsatzkräfte aus Niedersachsen Stellung bezogen. Polizeiführer Michael Scharf hatte angekündigt, „wieder mit einem starken Kräfteaufgebot im Einsatz zu sein, um einen friedlichen Verlauf aller Versammlungen zu gewährleisten“. 800 Polizisten wurden eingesetzt.

Der Bundestagsabgeordnete Norbert Müller (Die Linke) hatte eine Veranstaltung mit dem Titel „Refugees welcome“ an der Ecke Babelsberger Straße und Lange Brücke organisiert, an der etwa 200 Personen teilnahmen. Um 17.30 Uhr war eine Demonstration „gegen Rassismus und rechte Hetze“ in Babelsberg gestartet. Etwa 200 Menschen bis zum Hauptbahnhof.

Der Pogida-Marsch zum Lustgarten und zurück war gegen 20.30 Uhr beendet. Pogida-Veranstalter Christian Müller wollte sich eigentlich zurückziehen, nachdem das Amtsgericht ihn wegen Körperverletzung und Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt hatte. Doch bislang fand er niemanden, der den fremdenfeindlichen Marsch für ihn organisiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.