Den Umweg über das Museum oder eine Galerie haben sie sich erspart: Dreiste Kunsträuber sind vermutlich am Wochenende in das Atelier des berühmten Malers Markus Lüpertz in Teltow im Landkreis Potsdam-Mittelmark eingebrochen und haben wertvolle Kunstwerke gestohlen.

Ein Mitarbeiter des Malerfürsten Lüpertz hatte am Montag gegen 11 Uhr den Einbruch bemerkt und die Polizei alarmiert. Wie die Pressesprecherin der zuständigen Polizeidirektion West, Ingrid Schwarz, sagte, hätten die Täter ein Fenster eingeschlagen und seien so in die Atelierräume gelangt. „Danach wurden mehrere Türen aufgebrochen“, so Schwarz.

Die Polizei bittet bei der Suche nach den Kunsträubern um Mithilfe
Die Polizei bittet bei der Suche nach den Kunsträubern um Mithilfe© Polizei | Polizei

„Die Täter haben 30 Bilder gestohlen, darunter Pinselzeichnungen, Grafiken und Aquarelle", sagte die Pressesprecherin. Alle Bilder waren mit den Initialen des Künstlers M.L. signiert.

Künstler Markus Lüpertz
Künstler Markus Lüpertz© picture alliance / dpa | dpa Picture-Alliance / Peter Steffen

Zudem hätten die Räuber drei Skulpturen sowie eine aufwändig gestaltete Collage gestohlen. Den Wert der Beute schätzt die Polizei auf einen hohen sechsstelligen Betrag.

Lüpertz war noch am Sonnabend bis gegen 18.30 Uhr in seinem Atelier. Die Täter müssen also in der Zeit zwischen Sonnabend 19 Uhr und Montag 11 Uhr in die Atelierräume eingedrungen sein.

Die Kriminalpolizei der Direktion West hat die Ermittlungen übernommen.

Die Polizei fragt nun:

  • Wem sind zwischen Sonnabend, nach 18.30 Uhr, und Montagvormittag in der Teltower Kanadaallee verdächtige Personen oder Fahrzeuge aufgefallen?
  • Wo sind die Bilder und/oder Skulpturen aufgefallen oder zum Verkauf angeboten worden?

Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Potsdam, Telefon 0331-5508-1224, oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Der 1941 geborene Markus Lüpertz zählt zu den bekanntesten deutschen Künstlern der Gegenwart. Seine Bildgegenstände zeichnen sich durch suggestive Kraft und archaische Monumentalität aus. Viele seiner Werke werden dem Neoexpressionismus zugeschrieben. Von 1988 bis 2009 war Lüpertz Rektor an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf. In der Öffentlichkeit stilisiert er sich als exzentrischer Maler, der seinen eigenen Geniekult betreibt.