Partnersuche

Ein Bauer, ein Plakat – und 365 Frauen

Peter de Vries warb auf einem Plakat für sich und suchte eine Partnerin. Mit Erfolg.

Bauer sucht Frau: Peter de Vries auf seinem Landhof in Schmergow

Bauer sucht Frau: Peter de Vries auf seinem Landhof in Schmergow

Foto: Sergej Glanze / Glanze

Werder.  „365“, sagt Peter de Vries am Telefon. Damit meint er die Mails, die er in den vergangenen vier Wochen bekommen hat. Man hört etwas Stolz in seiner Stimme. Der Bauer hat also tatsächlich Erfolg, nachdem er im September ein etwa zwei mal drei Meter großes Werbeplakat in Wannsee aufgestellt hat. Darauf steht der Single auf einem Feld in lässiger Pose, blauer Latzhose und breitem Grinsen. In riesigen Buchstaben steht da: „Bauer sucht ‘ne Frau“, samt Aufforderung „Schreib mir!“ und seiner E-Mailadresse marcus-sucht-frau@web.de. Marcus ist sein zweiter Vorname.

Die Berliner Morgenpost hatte den Bauern, der eigentlich aus Cuxhaven kommt, daraufhin auf seinem Hof in der Nähe von Werder/Havel besucht. Auch andere Medien, sogar das Fernsehen, wollten mit dem 45-Jährigen sprechen. De Vries sagt, erst seit dem Medienwirbel stehe sein Mailaccount nicht mehr still. Und eigentlich hat seine Suche auch dadurch erst an Glaubwürdigkeit gewonnen: „Frauen schreiben, dass sie das Plakat erst als Werbegag verstanden hätten.“

Er hat einen Ordner, auf dem der Name „unbrauchbar“ steht

Das Prinzip „Bauer sucht Frau“ kennt man schon eine Weile aus der gleichnamigen RTL-Sendung. Offensichtlich funktioniert das auch ganz ohne Sendungskonzept. Eigentlich wollte de Vries damals als Single-Bauer dort mitmachen. Er hatte sich beworben und das Fernsehteam ihn sogar besucht. Allerdings gab es Probleme mit seiner Noch-Lebensgefährtin. Heute ist ihm das egal. 365 Interessentinnen sind schließlich eine Ansage. De Vries aber sagt: „Ich habe einen Ordner mit dem Namen ,unbrauchbar’ eingerichtet.“ Sein Beuteschema hat er klar formuliert: „Schlank, spontan und humorvoll, zwischen 35 und 45 Jahren.“ Trotzdem schreiben ihm Frauen mit anderen Merkmalen: „Jünger als eine meiner Töchter ginge gar nicht, und auch keine, die 108 Kilo auf die Wage bringt.“ Sehr rigoros, der Herr. Aber wie soll er mit der Flut an Anfragen umgehen?

War denn darunter nun auch jemand Passendes? „Ja! Viele wünschen mir aber auch nur Glück oder loben meinen Mut.“ Was er gar nicht leiden kann, seien übrigens plumpe Nachrichten, wie: „Hallo Süßer, wie wär’s mit uns?!“ Eine nette Absage bekomme trotzdem jede. Und auch Frauen aus weiter Ferne könne er nicht annehmen.

Kommendes Wochenende die ersten Dates

Am kommenden Wochenende wird er seine ersten zwei Dates haben. Sie hätten ihn durch ihre Ausstrahlung auf den Fotos überzeugt, sagt er. Was genau das ist, könne er nicht definieren: „Jeder hat ja eine individuelle Sicht.“ De Vries will den Damen seinen Hof zeigen – auf dem sie übrigens nicht mithelfen müssen. Später plant er ein Essen in der Gaststätte, die er beliefert. „Kochen kann ich nämlich nicht – bei mir brennt sogar Wasser an“, sagt er.

Eine der Frauen sei übrigens schon etwas ungeduldig geworden. Verständlich, schließlich sind sie nicht die Einzigen, mit denen der Single sich treffen wird. „Schon eine Woche nichts mehr von dir gehört – sag mir, wenn du mich nicht mehr willst“, habe sie geschrieben. De Vries aber sei nun mal nicht dauerhaft online und viel beschäftigt als Bauer. „Ich muss ja auch mal schlafen“, sagt er. Nun sei er gespannt, ob eine von ihnen über den „Nett-Status“ hinauskommt.