Archäologie

Überreste ältester deutscher Moschee in Wünsdorf entdeckt

In Brandenburg dokumentieren Archäologen Reste der ältesten deutschen Moschee. Sie wurde für Kriegsgefangenen im 1. Weltkrieg gebaut.

Archäologen legen in Wünsdorf (Brandenburg) den Bodens rund um den Moscheebau frei

Archäologen legen in Wünsdorf (Brandenburg) den Bodens rund um den Moscheebau frei

Foto: dpa

Wünsdorf. In Wünsdorf (Teltow-Fläming) haben Archäologen Überreste der ältesten deutschen Moschee ausgegraben. Das Team der Freien Universität Berlin hat Verspannungsdrähte und Eisenbolzen der Holzkuppel sowie Glasscherben der Moschee-Fenster entdeckt, wie die Universität am Montag mitteilte. Die Moschee war im Juli 1915 eingeweiht und 1925/26 abgerissen worden. Sie bestand aus Holz und hatte ein 23 Meter hohes Minarett.

Im Ersten Weltkrieg waren in einem Kriegsgefangenenlager in Wünsdorf etwa 4000 Soldaten islamischen Glaubens inhaftiert. Sie stammten unter anderem aus Indien, Marokko, Tunesien und Algerien. Von der Moschee seien nur noch wenige Überreste erhalten, weil das Gelände von den Nationalsozialisten und später von der sowjetischen Armee für militärische Anlagen genutzt wurde, heißt es in der Mitteilung der Universität.

Auf dem Areal rund 40 Kilometer südlich von Berlin sollen demnächst Container zur Unterbringung von Asylbewerbern aufgestellt werden. Die Archäologen dokumentieren zuvor noch Spuren der Vergangenheit.