Potsdam

Soko trotz Hunderter Hinweise im Fall Elias weiter ohne Spur

Bei den Ermittlern sind 742 Hinweise eingegangen, keiner führt zu Elias. Der Fall wird für die Polizei immer rätselhafter.

Potsdam. Seit mehr als zwei Wochen ist der sechsjährige Elias aus Potsdam verschwunden. Für die Brandenburger Polizei wird der Fall immer rätselhafter. „Ein Verschwinden ohne jegliche Spur über einen so langen Zeitraum habe ich noch nie erlebt“, sagt der Stabsleiter der Polizeidirektion West, Michael Scharf. Obwohl 742 Hinweise bei den Ermittlern eingegangen seien, habe sich nach Auswertung von mehr als 600 Tipps keine heiße Spur ergeben.

Noch gibt es Hoffnung

„Die Hoffnung ist noch da, dass Elias lebt“, sagt Scharf, selbst Vater eines Jungen in dem Alter. „Sie schwindet aber von Tag zu Tag.“ Dass der Sechsjährige sich im Potsdamer Stadtteil Schlaatz aufhält, schließt die Polizei laut Scharf inzwischen aus. Allerdings haben die Ermittler die Wohnungen nicht durchsucht. Dazu fehlt ihnen die Handhabe.

Die 60-köpfige Sonderkommission arbeitet weiter Tag und Nacht intensiv an dem Fall. Großteile der Potsdamer Zentralen Kriminalpolizei gehören der Soko an, die sich in den Räumen der Mordkommission auf dem Areal der Polizeiinspektion einquartiert hat. In drei täglichen Runden bespricht der 13-köpfige Führungsstab aktuelle Ermittlungsergebnisse. „Die Ermittler werten 300 Stunden Videomaterial und 1000 Bilddateien aus“, sagt der Sprecher der Polizeidirektion West, Heiko Schmidt.

Die freiwilligen Helfer hingegen haben sich wie angekündigt zurückgezogen. Am Mittwoch war der letzte Tag, an dem sie im Bürgerhaus am Schlaatz für Fragen oder zur Vermittlung zur Verfügung standen. Im Netz aber geht die Suche weiter. Auf der Facebook-Seite „Suche Elias“ sind Flyer mit dem Foto des Jungen in vielen Sprachen zu finden, die auch in den Nachbarländern verteilt werden sollen.

3000 Handzettel der Polizei verteilt

Die Stadt Potsdam hat inzwischen Vorwürfe aus dem Kreis der Freiwilligen zurückgewiesen, wonach sie diese nicht genügend unterstützt habe. „Das Gegenteil ist der Fall“, sagte Rathaus-Sprecher Stefan Schulz am Donnerstag der Berliner Morgenpost. „Bürgermeister Burkhard Exner sowie die Sozial- und Jugendbeigeordnete Elona Müller-Preinesberger haben den freiwilligen Helfern auch persönlich ihren Dank ausgesprochen und Hilfe bereitgestellt“, so Schulz. „Umso mehr sind wir irritiert, dass diese Unterstützungsangebote offenbar nicht von allen in dieser Weise zur Kenntnis genommen wurden.“

Die Stadt habe den freiwilligen Helfern das Bürgerhaus am Schlaatz als Aufenthaltsort und Treffpunkt zur Verfügung gestellt. „Die freiwilligen Helfer konnten dort Räume nutzen“, sagte Schulz. „Außerdem ließ die Stadt einen Kühlschrank und zwei Bierzeltgarnituren aufstellen.“ Wasser, Kaffee, auch Servietten und Pappbecher seien geliefert worden.

„Beim Außendienst des Ordnungsamtes wurde für die Einsatzinitiative der freiwilligen Helfer ein Ansprechpartner benannt“, betonte Schulz. Die Suche nach Elias unterstützte das Ordnungsamt laut Rathaus-Sprecher auch, indem der Außendienst 3000 Handzettel der Polizei verteilte. Einer der Organisatoren des Suchtrupps, Gerome Jeames, hatte der Stadt mit drastischen Worten vorgeworfen, die Helfer nicht unterstützt zu haben.

Hinweise zu Elias an sokoschlaatz.pdwest@polizei.brandenburg.de und Tel. 0331-5508 1108 oder an jede andere Polizeidienststelle.

>>> Alles zum Thema Elias finden Sie hier <<<