Kriminalität

Berliner Speckgürtel bei Einbrechern immer beliebter

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Brandenburg ist weiterhin hoch: Besonders im Berliner Speckgürtel sind die Einbrecherbanden aktiv. 2300 Wohnungseinbrüche verzeichnete die Polizei im Berliner Umland.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist in Brandenburg gegen den bundesweiten Trend nicht gestiegen. Doch ist sie unvermindert hoch: Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei knapp 4000 Fälle, so viele wie im Jahr 2013. „Besonders betroffen waren wieder die Bewohner der Umlandgemeinden um Berlin“, sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Freitag bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2014 in Potsdam.

Wohnungen besser schützen

Im sogenannten Speckgürtel um Berlin wurde in rund 2300 Häuser und Wohnungen eingebrochen. Nur 16 Prozent der Fälle konnten aufgeklärt werden. Generell ging die Aufklärungsquote der Polizei um zwei Prozent auf 52,4 Prozent zurück. Die Entwicklung bei den Einbrüchen in der Grenzregion will Schröter noch gesondert vorstellen. Der Innenminister appellierte an die Bewohner, ihre Wohnungen besser zu schützen: „Täter geben meist auf, wenn sie länger als drei Minuten benötigen, um hineinzukommen.“ Im bundesweiten Vergleich hätten es die Einbrecher wegen mangelnder Sicherung in Brandenburg zu leicht. Zurückgegangen sind die Autodiebstähle. 3028 Fahrzeuge wurden gestohlen, etwa 500 weniger als im Vorjahr. In fast jedem dritten Fall konnte die Polizei die Täter fassen, 2013 gelang das nur in jedem fünften.

Auch die Gewaltkriminalität wie schwere Körperverletzung, Totschlag oder Mord nahm leicht ab – auf knapp 4200 Delikte. 2014 wurden 49 Fälle von Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen erfasst. Auffallend gestiegen ist nach Angaben des amtierenden Polizeipräsidenten Hans-Jürgen Mörke die Rauschgiftkriminalität: um 38,5 Prozent auf 7126 Fälle. Dies sei vor allem auf verstärkte Ermittlungsarbeit zurückzuführen. Die Zahl aller Straftaten sank um 0,6 Prozent auf etwa 196.000 Fälle.

Ob der Vergleich von 2013 und 2014 stimmt, ist offen. Denn die Kriminalstatistik für 2013 ist möglicherweise noch fehlerhafter als bislang angenommen. Bei der Überprüfung für das Folgejahr 2014 habe sich gezeigt, dass nicht nur in der Polizeidirektion West, sondern auch in der Direktion Süd die Fallzahlen nach einer umstrittenen Methode erfasst worden seien, sagte Landeskriminaldirektor Roger Höppner. Dabei wurden etwa bei Wohnungseinbrüchen Serientaten zu einem Fall zusammengefasst. Er könne nicht ausschließen, dass dies auch in der Direktion Süd bereits 2013 geschehen sei.

Schröter: Neue Statistik stimmt

Die Opposition hegt schon länger den Verdacht, dass die Brandenburger Kriminalstatistik geschönt werden sollte, um den Stellenabbau bei der Polizei zu rechtfertigen. Schröter hatte angekündigt: „Ich werde eine Polizeistatistik für 2014 vorlegen, bei der man sich über den Weg, die Methodik nicht mehr streiten kann.“ Und: „Für mich ist nur wichtig, dass die Zahlen korrekt sind. Verantwortlich dafür ist die Polizei.“ Die Statistik 2013 war unter dem damaligen Polizeipräsidenten Arne Feurig erstellt worden. Er ist unter dem neuen Innenminister Schröter seit Ende 2014 Staatssekretär. mit dpa