Gedenkfeier

Tote Zweijährige aus Eberswalde wird obduziert

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Die Beisetzung von Lilly aus Eberswalde, die ins Eis eingebrochen und gestorben war, kann vorerst noch nicht stattfinden. Die Polizei ermittelt weiter gegen die Erzieherinnen. Der Leichnam des Mädchens wird obduziert, Zeugen werden erneut befragt.

Der Leichnam des nach einem Sturz in eiskaltes Wasser verstorbenen zweijährigen Kindes aus Eberswalde wird obduziert. Damit soll die genaue Todesursache festgestellt werden, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Meyer. Untersuchungsergebnisse seien nicht vor Anfang kommender Woche zu erwarten. Der tragische Tod des Kindes löste deutschlandweit Entsetzen und Trauer aus.

Das Mädchen war zusammen mit einem weiteren Kind bei einem Spaziergang einer Kindergartengruppe vor zwei Wochen an einem Teich ins Eis eingebrochen. Das Kleinkind musste reanimiert werden, verstarb dann aber am Freitagabend im Deutschen Herzzentrum Berlin. Das andere, ebenfalls zwei Jahre alte Mädchen kam wegen Unterkühlung in das Eberswalder Krankenhaus und ist inzwischen wieder genesen.

Im Zusammenhang mit dem Unfall ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die für die Gruppe verantwortliche Erzieherin wegen der Vorwürfe der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung. Die Frau sei bisher nicht vernommen worden, sagte Meyer. Sie lasse sich anwaltlich vertreten. Ihr Anwalt habe Akteneinsicht beantragt. Es sei davon auszugehen, dass sie sich bis dahin nicht äußern werde. Als Beschuldigte habe sie generell ein Schweigerecht.

Zeugen sind krank oder in psychologischer Betreuung

Jetzt sollen die Zeugen nochmals befragt werden, um den genauen Tathergang zu rekonstruieren, heißt es weiter. Geklärt werden solle insbesondere, wie die zwei Kinder offensichtlich unbemerkt die Gruppe verlassen konnten. Das könne allerdings dauern, weil alle in Betracht kommenden Zeugen laut Presseberichten erkrankt seien oder psychologisch betreut würden.

Zu der Gruppe der beiden Mädchen gehörten laut Meyer insgesamt elf Kinder im Alter von zwei bis drei Jahren. Hinzu kam eine zweite Gruppe von 16 Kindern im Alter von drei bis vier Jahren. Die Kinder seien von insgesamt zwei Erzieherinnen, zwei Praktikantinnen und einer Aushilfskraft betreut worden.

Deutschlandweit Trauer und Mitgefühl

Vor der Kita standen am Dienstag zahlreiche Kerzen, auch Kuscheltiere waren abgelegt. Am Vorabend hatten auf dem Eberswalder Marktplatz mehrere Hundert Menschen des toten Mädchens gedacht und Kerzen entzündet. Bürgermeister Friedhelm Boginski (FDP) hatte sich am Wochenende tief erschüttert über den Tod des Kindes gezeigt. „Unser ganzes Mitgefühl gilt den Eltern und der Familie“, sagte er. Menschen aus Eberswalde und aus ganz Deutschland hätten vergebens gehofft und gebangt. Boginski sagte der Familie Aufmerksamkeit und Hilfe zu.

Das tragische Schicksal des Kindes löste deutschlandweit Trauer und Mitgefühl aus. Auf einer Online-Kondolenzseite der „Märkischen Oderzeitung“ waren bis Dienstag über 150 Einträge eingegangen, in denen Menschen und zahlreiche Familien aus vielen Orten Deutschlands den Eltern des Kindes und den Angehörigen ihr Beileid aussprechen.

( dapd/sh )