Tote Lilly

Erzieherinnen betreuen keine Kinder mehr

Nachdem zwei Mädchen aus ihrer Kitagruppe in Eberswalde im Eis eingebrochen sind und eines gestorben ist, arbeiten die Erzieherinnen nun nicht mehr mit Kindern. Die Kita-Leiterin hat hingegen ihre Arbeit wieder aufgenommen.

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Nach dem tödlichen Sturz der zweijährigen Lilly in ein eiskaltes Gewässer in Eberswalde (Barnim) arbeitet die Kita-Leiterin wieder. Das teilte eine Sprecherin der Stadtverwaltung mit. Die beiden Kindergärtnerinnen, die am Unglückstag Ende 2010 mit der Kindergruppe unterwegs waren, werden dagegen künftig nicht mehr in der Kinderbetreuung tätig sein. Einzelheiten zur beruflichen Zukunft der beiden Erzieherinnen wollte die Sprecherin mit Verweis auf Personalangelegenheiten nicht nennen. Einem Bericht der "Märkischen Oderzeitung" zufolge sollen die beiden Frauen bis zum Abschluss der Untersuchungen in anderen Bereichen der Stadtverwaltung beschäftigt werden, in die Kinderbetreuung geht es nicht zurück.

Vor dem Hintergrund des Unglücks befassen sich zuständige Fachausschüsse in Eberswalde mit der Personalsituation im Kita-Sektor. Gegen eine der Kindergärtnerinnen ermittelt die Staatsanwaltschaft Eberswalde (Barnim) wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Die Beschuldigte schweigt laut Behörde zu den Vorwürfen.

Bei dem Ausflug der Kita-Gruppe waren zwei kleine Mädchen in das eiskalte Gewässer gefallen. Während ein Kind überlebte, starb die stark unterkühlte Lilly an den Folgen von Sauerstoffmangel in einem Berliner Krankenhaus. Die Staatsanwaltschaft versucht derzeit durch Zeugenbefragungen die Umstände des Unglücks zu klären. Wenn ein Beschuldigter schweige, müsse die Situation durch Angaben Dritter ermittelt werden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Montag. „Und das dauert.“