Brandenburgs Innenminister Rainer Speer (SPD) hat nach dem Tragschrauber-Projekt auch den Umzug der Polizeihubschrauberstaffel von Schönefeld nach Schönhagen (Teltow-Fläming) gestoppt. Die Arbeiten auf dem Flugplatz sind bereits eingestellt worden. „Die Hubschrauber bleiben bis zur Internationalen Luftausstellung (ILA) vorerst in Schönefeld stationiert“, bestätigte ein Sprecher des Ministers auf Nachfrage von Morgenpost Online. Die Entscheidung habe das Innenministerium dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg mitgeteilt. Dort hatten Umweltschützer in einem Eilverfahren (Aktenzeichen 12S114/ 09) Klage gegen die Ansiedlung der Staffel eingereicht.
„Bis zur ILA wird die Staffel in Schönefeld bleiben. Aber zwischenzeitlich prüfen wir die Möglichkeiten einer dauerhaften Ansiedlung der Staffel erneut“, sagte Decker weiter. Nach Informationen von Morgenpost Online gilt Blumberg (Barnim) als Favorit. Dort hat bereits die Bundespolizei ihre Flugbereitschaft angesiedelt.
Schönhagens Flugplatzchef Klaus-Jürgen Schwahn reagierte am Abend gelassen auf den Umzugsstopp. „Unser Flugplatz expandiert auch ohne die zwei Hubschrauber der Polizei. Alles geht erfolgreich weiter wie bisher“, sagte Schwahn.
Sowohl die Tragschrauber als auch der Umzug der Polizeihubschrauberstaffel waren kostenintensive Prestige-Projekte von Ex-Innenminister Jörg Schönbohm (CDU). Das Tragschrauber-Projekt hatte Speer Anfang Dezember gestoppt mit der Begründung Aufwand und Nutzen stünden "in keinem vernünftigen Verhältnis".
Brandenburg hatte als erstes Bundesland die zweisitzigen und zu den Ultraleichtflugzeugen gehörenden Geräte erprobt. Die Maschinen vom Typ Autogyro MT-03 konnten bis zu 163 Stundenkilometer erreichen. Neben dem Pilot nahm ein Polizist Platz. Das Land gibt die beiden gemieteten Fluggeräte nun zurück.
BMO




