Rund 600 Menschen haben am Sonnabend gegen einen Neonazi-Aufmarsch in Königs Wusterhausen (Dahme- Spreewald) demonstriert. „Wir wollen deutlich machen, dass es in Brandenburg keinen Platz für Rechtsextreme und Rassismus gibt“, sagte Grünen-Landesvorsitzender Benjamin Raschke. Aufgerufen zu der Protestdemonstration hatte ein „Bündnis gegen Rechts“, dem auch Parteien angehören. Zudem gab es am Fontaneplatz der Stadt ein Bürger- und Familienfest mit einem multikulturellen Weihnachtsmarkt, zu dem auch Vertreter aller demokratischen Parteien kamen.
Der Zug der Neonazis durch die Stadt wurde einem Polizeisprecher zufolge an mehreren Stellen durch “kleinere Blockaden„ aufgehalten. Diese seien vor allem von den Teilnehmern der Gegendemonstration organisiert worden, die der autonomen Szene aus Berlin und Umgebung zuzuordnen waren. Festnahmen habe es zunächst nicht gegeben. Das „Bündnis gegen Rechts“ hatte dazu aufgerufen, den Neonazi-Aufmarsch zu verhindern und die Marschroute zu blockieren.
Die Polizei war nach Angaben des Sprechers mit mehreren Hundert Beamten im Einsatz. Dabei habe die Brandenburger Polizei Unterstützung aus Berlin und Sachsen-Anhalt sowie von der Bundespolizei erhalten. “Wir sind mit dem weitaus friedlichen Verlauf des Einsatzes zufrieden", sagte der Sprecher am Nachmittag. Auch später am Tag wurden keine gravierenden Zwischenfälle mehr gemeldet.
Bereits in der Nacht zum Sonnabend waren Straßen, die zu der Neonazi-Demonstrationsroute gehörten, mit rechtsextremen Parolen versehen worden. "Sie erfüllen unter anderem den Straftatbestand der Volksverhetzung", sagte der Polizeisprecher. Auch Zeichen verfassungswidriger Organisationen seien mit Kreide auf die Straße geschmiert worden.
Gegen acht Personen im Alter zwischen 17 und 26 Jahre aus Königs Wusterhausen, die bei der Polizei durch einschlägige Straftaten bekannt sind, ergingen Platzverweise, wie der Sprecher weiter sagte. An der Demonstration durften sie jedoch teilnehmen. Bei weiteren Neonazis wurden Kleidungsstücke beschlagnahmt, die verfassungswidrige Symbole zeigten.
Bei Teilnehmern der Gegendemonstration wurden Gegenstände, mit denen man gegen das Vermummungsverbot verstoßen kann, sowie mehrere Böller beschlagnahmt.
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