Nach dem Übergriff von Neonazis auf einen Jugendlichen aus der linken Szene in Guben (Spree-Neiße) hat der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen. Die drei Beschuldigten wurden noch nicht vernommen, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag in Cottbus. Es wird wegen gefährlicher Körperverletzung und des Verdachts der Bedrohung ermittelt.
Das 15-jährige Opfer sowie sein Vater als Zeuge hatten die Tat vom 15. November tags darauf angezeigt und seien angehört worden. Das Opfer soll geschlagen und gewürgt worden sein.
Die Anzeige richtet sich gegen einen 30-Jährigen und zwei andere Beschuldigte aus der rechten Szene, sagte der Sprecher. Nach Angaben der Vereinigung Opferperspektive in Potsdam handelt es sich bei dem 30-Jährigen um den verurteilten Haupttäter der rassistischen Hetzjagd von 1999 in Guben.
Damals war der 28-jährige Asylbewerber Farid Guendoul alias Omar Ben Noui auf der Flucht vor rechten Schlägern in Panik durch die Glasscheibe einer Haustür gesprungen und verblutet. Das Landgericht Cottbus verurteilte elf junge Männer wegen fahrlässiger Tötung zu Jugendstrafen bis zu drei Jahren.
Der Hauptverdächtige und ein mutmaßlicher Komplize des Übergriffs auf den Schüler hatten den Angaben zufolge 2008 bei den Brandenburger Kommunalwahlen für die rechtsextreme NPD kandidiert. Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei dem 15-jährigen Opfer um einen stadtbekannten Linken, der NPD-Plakate abgerissen haben soll.
dpa/mim

