Cottbus

Karnevalsunglück - Dreijährige bleibt in Klinik

Nach dem Einsturz eines Gerüsts beim Karnevalsumzug in Cottbus werden noch immer vier Verletzte in der Unfallchirurgie behandelt. Das Unglück ist nun ein Fall für die Staatsanwaltschaft.

Ein dreijähriges Mädchen und ihr Vater, die durch ein umgestürztes Gerüst bei dem Karnevalsumzug am Sonntag in Cottbus verletzt worden sind, befinden sich weiterhin im Krankenhaus. Die Staatsanwaltschaft in Cottbus hat unterdessen ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung eingeleitet.

„Das Kind wird zur Beobachtung auf der Station behalten“, sagte die Sprecherin des städtischen Carl-Thiem-Klinikums, Annegret Hofmann. Acht von insgesamt zwölf verletzten Personen konnten bereits wieder nach Hause entlassen werden. Die Polizei war am Sonntag ursprünglich von elf Verletzten ausgegangen. Das Klinikum gab später aber zwölf Verletzte an. Neben dem Vater und seiner Tochter werden noch zwei Erwachsene auf der Unfallchirurgie betreut. „Bei den Verletzungen handelt es sich vor allem um Schürfwunden am Kopf und Prellungen am Körper“, so die Krankenhaussprecherin. Die Verletzungen seien nicht lebensbedrohlich und hätten auch keine Operationen oder Behandlungen auf der Intensivstation erfordert. Wann die Patienten entlassen werden können, vermochte die Klinik-Sprecherin nicht zu sagen. Sicher sei aber, dass alle im Verlauf der Woche nach Hause gehen können.

Der Cottbuser Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) hatte am Montag die Verletzten erneut im Krankenhaus besucht und sich nach deren Gesundheitszustand erkundigt sowie Hilfe angeboten. „Im Rahmen des Besuches hat er sich bei allen Mitarbeitern der Rettungsstelle des Klinikums für ihre Arbeit bedankt“, sagte der Pressesprecher der Stadt, Peter Lewandrowski. „Wir werden die Polizei und die Staatsanwaltschaft bei ihren Ermittlungen voll und ganz unterstützen.“

Unglück wird rekonstruiert

Wie berichtet, war beim größten ostdeutschen Karnevalsumzug am Sonntag in Cottbus eine Kabelbrücke des Fernsehsenders Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) umgestürzt. Dabei wurden zwölf Menschen verletzt. Das Unglück ereignete sich gegen 14.30 Uhr kurz vor der Halbzeit der mehrstündigen Veranstaltung. Die genauen Umstände sind noch nicht geklärt. Wahrscheinlich ist jedoch, dass die Aufbauten eines Festwagens in dem Kamerakabel über der Straße hängenblieben. Daraufhin brach das Gerüst zusammen. RBB-Pressesprecher Volker Schreck sagte: „Wir haben uns buchstabengetreu an die Auflagen gehalten.“ Die zulässige Wagenhöhe habe 4,5 Meter betragen, das zertifizierte und abgenommene Gerüst sei sogar sechs Meter hoch gewesen. „Wir werden die Behörden bei der Suche nach der Unfallursache nach allen Kräften unterstützen“, sagte Schreck.

Laut Polizei, die eine Ermittlungsgruppe eingerichtet hat, werden in die Untersuchungen zu dem Unfall an der Strecke auch die Dekra und das Amt für Arbeitsschutz einbezogen. Das Unglück soll rekonstruiert werden – um zu klären, wie es passiert sein könnte. Aus diesem Grund befragten Beamte Zeugen und stellten Unterlagen sowie ein Fernsehkabel, ein Stahlseil, den Karnevalswagen und das Gerüst sicher. Die Staatsanwaltschaft lässt prüfen, wieso das Fahrzeug mit den vermutlich zu hohen Aufbauten an dem Festumzug mitfahren konnte. Auch lässt sie prüfen, ob die Leitung über der Straße sicher war und wie hoch sie hing.