Ein Mitarbeiter ihrer Behörde habe sich das Sicherheitskonzept und die sogenannten Protokolldaten aushändigen lassen. Bislang geht die Datenschutzbehörde von einer zweifachen Fehlerquelle aus. Sowohl das Unternehmen HSH wie auch die zuständigen Mitarbeiter der Verwaltungen hätten offensichtlich Sicherheitsstandards beim Kennwort-Einsatz nicht eingehalten. Eine Sprecherin der Stadtverwaltung sagte dagegen laut Deutscher Presse-Agentur, es habe nach bisherigen Erkenntnissen keinen solchen Zugriff gegeben.
Ein Team des Politmagazins "Report München" hatte herausgefunden, dass in 15 Städten persönliche Daten von Bewohnern übers Internet einsehbar waren. In Brandenburg betroffen: Potsdam, Hennigsdorf, Neuhardenberg, Rathenow und Fürstenwalde. "Nach dem Vergleich der Datei mit der Internetseite des Software-Lieferanten HSH aus Ahrensfelde spricht vieles dafür, dass der unerlaubte Zugriff mit der Recherche einer ARD-Journalisten erfolgt ist", sagte die Datenschutzbeauftragte des Landes Brandenburg, Dagmar Hartge, Morgenpost Online.
In Fürstenwalde sei zwar auch das HSH-Verfahren eingesetzt werde, aber mit ordnungsgemäß geändertem Kennwort. "Wir arbeiten mit diesem System, aber ohne Panne", sagte Stadtsprecherin Anne-Gret Trilling. Gleiches gilt offenbar für Rathenow. Dort schützt ein Signaturschlüssel neben dem Kennwort vor unbefugtem Zugang.
In Neuhardenberg sollen nach Informationen der "Märkischen Oderzeitung" acht unbefugte Zugriffe erfolgt sein. Laut Verwaltung könnte aber ebenfalls die ARD-Recherche der Urheber sein.
Die Datenschutzbeauftragte will nun auch die Software der Landeshauptstadt überprüfen.
In Brandenburg sind nach Angaben des Landesinnenministeriums insgesamt acht Kommunen zu einer Online-Behandlung von Meldedaten in der Lage, sieben davon mit Software der HSH. Neuruppin hat sein Portal mit einem anderen Anbieter organisiert. Neuenhagen bei Berlin hatte durch korrekten Wechsel des Kennworts Zugriffe auf sein HSH-System unterbunden, Kleinmachnow nutzt die Software lediglich behördenintern.
svr/dpa


