Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier ist erwartungsgemäß zum Spitzenkandidaten der brandenburgischen SPD für die Bundestagswahl am 27. September gewählt worden. Auf der Landesvertreterversammlung am Samstag in Potsdam erhielt er 116 von 118 Stimmen, bei zwei Enthaltungen, was 98,3 Prozent entspricht. Der 53-Jährige will in Brandenburg sein erstes Bundestagsmandat erringen und gehört dem SPD-Landesverband seit fast zwei Jahren an.
In seiner rund einstündigen Rede warf Steinmeier vor rund 300 Zuhörern der Union Konzeptlosigkeit in der Wirtschaftskrise vor. Wie die FDP hoffe sie, dass die Wachstumszahlen im Herbst wieder steigen und wolle dann so weitermachen wie bisher. Ähnlich hatte sich zuvor der SPD-Landesvorsitzende, Ministerpräsident Matthias Platzeck, geäußert und die Ära des „Marktradikalismus“ für beendet erklärt.
„Die Anführerin des marktradikalen Feldzugs war Angela Merkel ganz persönlich“, sagte Platzeck an die Adresse der Bundeskanzlerin. An die Stelle dieser Ideologie müsse wieder soziale Verantwortung und ein gesellschaftliches Miteinander treten. Die Linke in Brandenburg warnte der SPD-Landeschef davor, auf den „populistischen“ Kurs ihres Bundesvorsitzenden Oskar Lafontaine einzuschwenken. Sie müssten vielmehr eine eigenständige Politik machen.
Auf ihrer Landesvertreterversammlung stellt die brandenburgische SPD ihre Landesliste für die Bundestagswahl am 27. September auf. Die nach eigenen Angaben rund 6500 Mitglieder zählende Partei will im Herbst wieder stärkste Partei werden und alle zehn Wahlkreise direkt gewinnen. Die Liste umfasst 15 Vorschläge.









