Rund 4000 Nerze sind nach einem Einbruch in eine Tierfarm in Frankenförde (Brandenburg) entkommen. Die Nerze bedrohen nach Expertenangaben die Umwelt. Von den 4000 am Wochenende entlaufenen Tiere befänden sich noch rund 1500 in freier Wildbahn, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Die Räuber hätten einen „gravierenden negativen Einfluss“ auf das Ökosystem, sagte der Zoologe des Naturschutzbundes Deutschland in Brandenburg, Dietrich Dolch. Die Nerze würden unter anderem Brutvögel und Fische fressen. Wer hinter dem Einbruch in die Farm steckt, ist nach Polizeiangaben noch unklar.
Ein Internetvideo dokumentiere die Tat, sagte eine Polizeisprecherin. Die Echtheit der Aufnahmen werde überprüft. Nach einem Bericht der „Märkischen Allgemeinen“ bekannten sich militante Tierschützer im Internet zu der Aktion.
Die Tiere verbrauchten Farmer Alfons Grosser zufolge in drei Tagen mindestens eine Tonne Nahrung. Nach Angaben der Polizei wurden bereits Haustiere und Hühner in der Umgebung gerissen. Die Überlebenschancen der Nerze sind dennoch schlecht. „Das sind Haltungstiere, die das Leben in freier Wildbahn gar nicht gewöhnt sind“, sagte Anja Kayser vom Naturschutzbund Deutschland in Brandenburg. So bedeute Straßenverkehr ungeheuren Stress für die Tiere. Der Farmbetreiber geht davon aus, dass in den kommenden drei bis vier Wochen 85 Prozent der vermissten Tieren überfahren oder etwa von Hunden getötet würden. „Was hier passiert ist, hat mit Tierschutz nichts mehr zu tun“, sagt Grosser.
Farmer Alfons Grosser sagte, seinem Betrieb sei ein Schaden von mindestens 180.000 Euro entstanden.
dpa/sh


