Der Militärtransporter Airbus A400M - derzeit im Gespräch, weil er für rote Zahlen bei der Airbus-Mutter EADS sorgt - wird zur diesjährigen Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (Ila) auf dem Flughafen Schönefeld erwartet."Das ist das weltweite Show-Debüt des Militärtransporters", heißt es vonseiten des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI).

Der Airbus sei von Airbus und EADS angemeldet worden. Da es sich um einen Prototypen handele, gebe es noch mögliche technische Unwägbarkeiten, die den Anflug auf Berlin verhindern könnten, sagte BDLI-Sprecher Christopher Bach. Das aber sei sehr unwahrscheinlich. Der Erstflug des Militärtransporters fand erst Mitte Dezember 2009 im spanischen Sevilla beim Airbus Military Werksflughafen statt. Deutschland ist mit 60 Bestellungen größter Einzelkunde dieses europäischen Rüstungsprojektes. Bei der Bundeswehr soll der Militär-Airbus das in die Jahre gekommene Transportflugzeug C-160 Transall ablösen.

Der A400M gilt als Prestigeobjekt von EADS, um das es allerdings einige Probleme gegeben hatte. Das Transporter wurde deutlich teurer als geplant und auch später fertig. Erst Ende Februar einigten sich die beteiligten Staaten - weitere Kunden neben Deutschland sind Frankreich (50), Spanien (27), Großbritannien (25), die Türkei (10), Belgien (7) und Luxemburg (1) - auf eine Finanzierungsunterstützung.

Neben dem größten Passagierflugzeug der Welt, dem Airbus A380, wird der A400M das spektakulärste Flugzeug sein, das in diesem Jahr auf der Ila zu sehen sein wird. Die Ila findet vom 8. bis 13. Juni noch einmal im Süden des derzeitigen Flughafens Schönefeld statt. Die drei ersten Tage sind ausschließlich Fachbesuchern vorbehalten. Die Messe Berlin als Veranstalter erwartet 241.000 Besucher und damit mindestens so viele wie vor zwei Jahren, davon mindestens die Hälfte Fachbesucher.

In der bislang ungeklärten Standortfrage für die Ila ab 2012 wird es am Donnerstag zwischen den Ländern Berlin und Brandenburg eine weitere Arbeitsrunde geben. Beteiligt sind Senats- und Staatskanzlei sowie die beiden Wirtschaftsressorts. Wie berichtet, hatte ein Spitzengespräch zwischen den Regierungschefs Klaus Wowereit und Matthias Platzeck (beide SPD) sowie Berlins Wirtschaftssenator Harald Wolf und Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (beide Linke) am vergangenen Donnerstag kein Ergebnis gebracht. Nach Informationen von Morgenpost Online liegt, wie berichtet, ein detailliertes Investitions- und auch Betreiberkonzept für den avisierten Standort in Selchow, westlich des neuen Hauptstadtflughafens BBI, vor. Danach soll eine Betreiber- und eine Besitzgesellschaft gegründet werden. Die Messe Berlin, gegebenenfalls mit einer Tochter, könnte den neuen Messestandort betreiben. Private Grundstücksinhaber und das Land Berlin in Form des landeseigenen Betriebs Berliner Stadtgüter oder der Messe Berlin werden in die nötige Infrastruktur investieren. Dem Vernehmen nach verlangen die Regierungschefs jetzt noch schriftliche Zusagen der Banken, die die Finanzierung übernehmen würden. Grundsätzlich sollen Brandenburg und auch Berlins Wirtschaftssenator Wolf das vorgelegte Konzept für tragfähig halten.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit steht dem neuen Messestandort in Selchow dagegen kritisch gegenüber. Er sieht darin einen Konkurrenzstandort zum derzeit als Messe- und Veranstaltungsstandort genutzten Flughafen Tempelhof.

Ob das Gespräch eine Entscheidung bringt, ist offen. Klar ist, dass der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie als Inhaber der Marke Ila spätestens bis zu seiner Präsidiumssitzung am 25. März Planungssicherheit braucht. Andernfalls droht die Abwanderung der Messe.