Kleinmachnow

Bürgermeister wird in einer Stichwahl gekürt

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Sven Rosig

Bei der Wahl des hauptamtlichen Bürgermeisters in Kleinmachnow hatte keiner der sechs Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit erhalten. Deshalb wird es am 29. März zu einer Stichwahl kommen. Die Parteien weisen sich gegenseitig die Schuld an diesem Debakel zu.

Die laufenden Bürgermeisterwahlen in Kleinmachnow sorgen für Katerstimmung im bürgerlichen Lager: SPD und Linke haben ihre Bewerber für die Stichwahl am 29. März durchgesetzt.

Bei der Abstimmung hatte keiner der sechs Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit erhalten. Die meisten Stimmen bekamen im ersten Durchgang die Bewerber der SPD (25,16 Prozent) und der Linken (20,44 Prozent), Michael Grubert und Klaus-Jürgen Warnick. Der CDU-Kandidat Bernd Krüger landete abgeschlagen bei 18,63 Prozent, die Vertreter der anderen Parteien blieben ohne Chance.

Rund 14.500 Wahlberechtigte waren zu dem Urnengang aufgerufen. Der bisherige Bürgermeister Wolfgang Blasig (SPD) war Anfang Dezember vergangenen Jahres zum neuen Landrat des Landkreises Potsdam- Mittelmark gewählt worden, zu dem auch Kleinmachnow gehört.

Streit um die Zukunft von Gemeinderatschefs Klaus Nitzsche

Der Wahlkampf der vergangenen Wochen war indes vom Streit um die politische Zukunft des umstrittenen Gemeinderatschefs Klaus Nitzsche (SPD) überlagert. Nitzsche wird vorgeworfen, in Kleinmachnow seit 1979 Spitzeldienste für das damalige DDR-Ministerium für Staatssicherheit (MfS) geleistet zu haben.

Mittlerweile hat die CDU-Fraktion einen Antrag auf eine Sondersitzung am 26. März eingereicht. Drei Tage vor der Stichwahl will sie den seit 1998 amtierenden Gemeindevertretungschef Nitzsche abwählen und einen Nachfolger neu wählen lassen.

Für das schlechte Abschneiden des bürgerlichen Lagers weisen sich die unterlegenen Gruppierungen gegenseitig die Schuld an der Situation zu. Die CDU macht unter anderem die angeblich fehlende Bereitschaft der FDP zum Schulterschluss mit den Christdemokraten verantwortlich. "Rechnet man die gut 18 Prozent unseres Kandidaten mit den gut sieben Prozent des FDP-Bewerbers zusammen, dann wäre das ein gemeinsames Potenzial gewesen", sagte CDU-Ortschef Wolfgang Nieter.

Bereits in der Vergangenheit habe die FDP schwer nachvollziehbare Entscheidungen getroffen. So hätten die Liberalen den nun wegen Stasi-Vorwürfen umstrittenen Gemeinderatschef Klaus Nitzsche auf den Schild gehoben - obwohl der CDU als stärkster Fraktion das Amt traditionell zugestanden habe, so Nieter.

CDU registriert Wahlmüdigkeit und fürchtet um die Stichwahl

Angesichts eines fehlenden bürgerlichen Kandidaten in der Stichwahl fürchtet die CDU, dass die Beteiligung bei der Stichwahl stark zurückgehen könnte. "Ich habe schon viele Stimmen vernommen, die sagen: ,Ich gehe da nicht mehr hin'", sagte Nieter. Eine Stichwahlempfehlung wird es seitens der CDU nicht geben. "Dennoch raten wir den Wählern, die Wahl als demokratische Errungenschaft zu nutzen. Man sollte verhindern, dass 20 Jahre nach dem Mauerfall ein Linker in Kleinmachnow Bürgermeister werden kann", so Nieter weiter.

Auch die übrigen unterlegenen Gruppierungen wollen keine Wahlempfehlungen für einen der beiden Kandidaten abgeben. Keiner der beiden Bewerber, so der Tenor, biete ausreichende politische Berührungspunkte, um sie unterstützen zu können.