Im April werde eine Jury einen Entwurf zur Realisierung empfehlen. In der Jury sitzen unter anderen Kulturministerin Johanna Wanka (CDU) und Finanzminister Rainer Speer (SPD) sowie Fachexperten. Nach dem Willen des Vereins soll die Synagoge 2012 stehen - es wäre die erste in Brandenburg. Rund fünf Millionen Euro seien für das Gotteshaus samt Gemeindezentrum veranschlagt.

Das Land stellt ein Grundstück in Potsdams historischer Mitte zur Verfügung und übernimmt laut Wanka die Kosten für den Architektenwettbewerb und für Planungen. Die sieben jüdischen Gemeinden in Brandenburg haben nach Ministeriumsangaben rund 1400 Mitglieder. Pläne für eine neue Synagoge bestehen seit Langem. Ursprünglich hatte der Verein bereits im November 2008 und damit 70 Jahre nach der Schändung der einstigen Potsdamer Synagoge durch die Nationalsozialisten ein "sichtbares Zeichen" für den Neubau setzen wollen. Vor allem an der Finanzierung scheiterte dies.

Die frühere Synagoge Potsdam war in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 von Nationalsozialisten verwüstet, beim Bombenangriff am 14. April 1945 schwer beschädigt und im August 1957 auf Beschluss des Rates der Stadt abgerissen worden.