An der Bundesstraße B 2 zwischen Potsdam und Michendorf (Potsdam-Mittelmark) soll die Straßenprostitution nicht verboten worden. Das Innenministerium unter Jörg Schönbohm (CDU) hatte auf eine Initiative des CDU-Innenexperten im Landtag, Sven Petke, die Einrichtung eines Sperrbezirks geprüft. Es wäre landesweit der erste gewesen. „Wir haben als Innenministerium die zuständigen Kommunalbehörden um eine Stellungnahme gebeten“, sagte der stellvertretende Sprecher des Innenministeriums, Geert Piorkowski. „Die Stadt Potsdam und der Landkreis Potsdam-Mittelmark sehen nach Prüfung der Situation keinen Bedarf für eine Sperrbezirksverordnung.“ Der Straßenstrich befinde sich außerhalb der geschlossenen Ortslage direkt am Wald. Auch das Polizeipräsidium Potsdam halte aus polizeilicher Sicht die Einrichtung eines Sperrbezirkes gegenwärtig nicht für erforderlich.

Der innenpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Sven Petke reagierte nach eigenen Worten bestürzt und sprach von einer Kapitulation vor der Unmoral und einem fatalen Signal der Unfähigkeit. Damit werde das sittliche Empfinden der großen Mehrheit der Bevölkerung ignoriert. „Die Menschen erwarten von den Behörden Handeln und keine faulen Ausreden“, schimpft Petke. Nach dem Ende des Winters würden täglich erneut hunderte von Kindern und Jugendlichen dem unwürdigen Anblick der offenen Straßenprostitution ausgesetzt.

Bürger beschwerten sich

Im vergangenen Jahr hatten sich Bürger über die Straßenprostitution an der stark befahrenen Bundesstraße beschwert. Zuerst standen dort zwei Frauen, zu Hochzeiten waren es acht Prostituierte, die im Abstand von einigen hundert Metern ihre Dienste anboten. Die Strecke führt zur Autobahn Berliner Ring und wird vor allem von Lkw-Fahrern frequentiert.

Petke warf den Behörden schon damals Untätigkeit vor und startete eine parlamentarische Anfrage an den Innenminister. Im Ministerium hieß es, die Einrichtung eines Sperrbezirks werde geprüft. Grundsätzlich ist Prostitution in Deutschland Prostitution erlaubt. Es gibt die Möglichkeit, eine solche Zone zum Schutze der Jugend und des öffentlichen Anstands einzurichten. Die Gemeinde Michendorf hatten das Problem bestätigt. „Die Damen betreiben ihr Gewerbe dort immer intensiver“, so ein Vertreter der Gemeindeverwaltung damals.

Die Behörden hoffen nun, dass sich das Problem auch ohne Sperrbezirk erledigt hat. Zuletzt waren zwei Frauen an der Bundesstraße 2 am 5. Dezember gesichtet worden.

Polizei kontrollierte

Während Petke vermutet, dass sie wegen der kalten Temperaturen auf ihr Gewerbe an der Straße verzichtet haben, glaubt die Polizei, dass ihre Kontrollen dazu geführt haben. „Die Damen lassen sich von der Jahreszeit nicht von ihrem Gewerbe abhalten“, sagt der Sprecher des Schutzbereichs Brandenburg, Torsten Ringel. Wohl eher könnte ihre Abwesenheit mit den Kontrollen der Polizei zu tun haben. Bei der Überprüfung am 5. Dezember habe sich herausgestellt, dass die zwei Frauen aus Bulgarien stammen. Ihre Papiere waren in Ordnung. Seither aber herrscht Ruhe an der B 2.

Der CDU-Politiker Petke traut dem „Frieden“ noch nicht und kündigte an: „Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.“