Nach der Verurteilung eines Finanzbeamten zu fünf Jahren Haft wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe haben die Cottbuser Staatsanwaltschaft und die Verteidigung Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Das teilte ein Sprecher des Landgerichts Cottbus mit. Die Richter hatten den 31-Jährigen Mitte November schuldig gesprochen, seit Oktober 2003 in 37 Fällen abgeschlossene Steuerbescheide am Computer manipuliert zu haben. Anschließend habe er mit gefälschten Bankverbindungen 1,4 Millionen Euro an Steuererstattungen auf zwei Konten abgezweigt, auf die er Zugriff hatte.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den Sachbearbeiter des Cottbuser Finanzamtes siebeneinhalb Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung plädierte auf nicht mehr als drei Jahre. Der Beschuldigte hatte mit dem Geld das Wohnhaus seiner Schwiegereltern in einem Dorf in Südbrandenburg ausgebaut, zwei Wohnungen in Berlin gekauft und für seine beiden Kinder Geld in Sparverträgen angelegt.

Der Beschuldigte hatte laut Urteil mit der Manipulation von Steuerdaten sogar schon 1999 begonnen und somit einen Gesamtschaden von 1,76 Millionen Euro verursacht. Allerdings seien die Taten zwischen 1999 und September 2003 verjährt.

dpa/sei