Das Landgericht Cottbus hat einen ehemaligen Cottbuser Finanzbeamter wegen Steuerhinterziehung und Untreue im besonders schweren Fall zu einer Gesamtstrafe von fünf Jahren und acht Monaten verurteilt, teilte ein Sprecher am Mittwoch mit. Der 34-Jährige war bereits im November 2008 wegen ähnlicher Delikte zu fünf Jahren Haft verurteilt worden und ist bereits im Gefängnis – nun folgten acht weitere Fälle.

Mit dem neuen Urteilsspruch blieb die Kammer am Dienstag unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die sechs Jahre Haft wollte. Die Verteidigung hatte bei dem nur eintägigen Prozess fünfeinhalb Jahre beantragt. Der Schaden in den acht aktuell verhandelten Fällen beläuft sich auf 7600 Euro.

Der frühere Sachbearbeiter des Finanzamtes Cottbus manipulierte abgeschlossene Steuerbescheide am Computer. Anschließend überwies er mit gefälschten Bankverbindungen mehr als 1,4 Millionen Euro an Steuererstattungen auf Konten seiner Ehefrau und eines Bekannten, auf die er Zugriff hatte. Die letzten acht Fälle ereigneten sich zwischen März 2006 und Mai 2008. Die früheren, bereits verurteilten Taten hatten 2003 begonnen.

Das ergaunerte Geld gab der Mann laut Urteil für die Renovierung des Hauses seiner Schwiegereltern in einem Südbrandenburger Dorf aus. Zudem kaufte er zwei Wohnungen in Berlin, eine davon für seine zuletzt getrennt von ihm lebende Frau. Außerdem legte er 220.000 Euro für seine beiden Kinder an, unternahm Kreuzfahrtreisen und kaufte teure Kleidung.

dpa/sei